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Unsere Apothekerinnen im Radio NÖ
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„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Vormittag Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert. ​​
Radiobeiträge können Sie bei uns in der Apotheke auch ausgedruckt zum Nachlesen bekommen!
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Am 07.01.2026 sprach Mag.a Dr.in Angelika Borger aus Wiener Neustadt über "Teufelskralle und Beinwell für die Gelenke"
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Man hört immer wieder, dass die Teufelskralle bei Gelenksproblematik gerne eingesetzt wird.
Worum handelt es sich dabei?
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Die Teufelskralle ist eine aus Südafrika stammende Pflanze. Diese Pflanze schützt sich vor der Trockenheit, indem oberirdische Pflanzenteile absterben, in den stark verzweigten Wurzeln speichert die Pflanze Feuchtigkeit und Nährstoffe. Der mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff in der Wurzel dieser Pflanze ist ein Bitterstoff – Harpagosid.
Welche Wirkung hat dieser Inhaltsstoff?
Dieser Wirkstoff wirkt vor allem schmerzstillend und entzündungshemmend. Deshalb eignet er sich bei Erkrankungen oder Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates. Aufgrund ihrer knorpelschützenden Wirkung wird die Teufelskralle bei Arthrose eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Gelenkerkrankung, im Zuge derer sich die schützende Knorpelschicht, die die Gelenke umhüllt, dünner wird. Es fördert weiters die Beweglichkeit der Gelenke und wird auch bei Rückenschmerzen eingesetzt. In Studien konnte weiters eine abschwellende Wirkung bei Gelenksentzündungen beobachtet werden. Ganz interessant ist, dass die Pflanze ein ähnliches Wirkungsspektrum wie synthetische Entzündungshemmer aufweist.
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Wie lange sollte die Teufelskralle angewendet werden und welche Zubereitungsformen sind am Markt?
Prinzipiell ist die Dauer der Behandlung nicht limitiert, ich empfehle auf alle Fälle eine Anwendung über einen Zeitraum von zumindest drei Monaten. Es gibt einen Teufelskrallentee, der jedoch sehr bitter schmeckt. Daher greifen die Kunden lieber zu Produkten in Tabletten oder Kapselform. Doch Achtung – bei dem Wirkstoff handelt es sich ja, wie bereits erwähnt um einen Bitterstoff. Dieser kann die Magensäurefreisetzung stimulieren, somit sollte Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren dringend von der Einnahme abgeraten werden. Auch Personen mit Gallensteinen rate ich von der Einnahme ab, weil der Wirkstoff den Gallenfluss anregt. Unterstützend gibt es weiters Teufelskrallenprodukte zum Auftragen auf die Haut.
Bei Gelenksentzündungen oder Arthrose werden weiters gerne Beinwellprodukte empfohlen. Worum handelt es sich hierbei?
Beinwell ist eine Pflanze, die in Europa, West- und Zentralasien beheimatet ist und sich an feuchten Standorten besonders wohl fühlt. Die bedeutenden Inhaltsstoffe finden sich ebenfalls in der Wurzel. Beinwell enthält Allantoin, dass vor allem eine regenerierende Wirkung auf das Gewebe ausübt. Schleimstoffe sind ebenfalls enthalten, sie wirken kühlend, beruhigend, entzündungshemmend und abschwellend. Und weiters findet sich in der Pflanze Cholin, das durchblutungsfördernd, regenerierend und ebenfalls abschwellend wirkt. Ganz interessant ist die Bedeutung der lateinischen Bezeichnung der Pflanze. Symphytum bedeutet soviel wie „zusammenwachsen“ oder „heilen“, schon in der Antike wurden die Blätter aufgelegt oder Pasten gerührt, um Knochen zu heilen oder Verstauchungen zu behandeln.
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Gibt es bei Beinwell Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung?
Beinwellprodukte dürfen nicht eingenommen werden, weil sie giftige Pyrrolizidinalkaloide in der Wurzel enthalten können. Eine pyrrolizidinalkaloidfreie Variante stellt der in Kultur angebaute sogenannte Kulturbeinwell dar. Er enthält hochwertige Inhaltsstoffe und kann zur Extraktgewinnung herangezogen werden. Weiters sollte Beinwell nicht auf offene Wunden aufgetragen werden. Selten kann es bei äußerlicher Anwendung zu allergischen Reaktionen oder Rötungen der Haut kommen.
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Wie werden Beinwellprodukte angewendet?
Bei Muskel- und Gelenkschmerzen können Beinwellwickel aufgelegt werden oder die betroffenen Hautstellen mit Cremes eingecremt werden. Gelenkserkrankungen wie Arthrose, Sport- oder Muskelverletzungen und auch Sehnenscheidenentzündungen sprechen sehr gut auf Beinwellprodukte an. Bei Schmerzen in den Sehnen oder Bändern erweisen sich Fußbäder mit Beinwell oft als sehr hilfreich.
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Womit könnten Teufelskrallen- und Beinwellzubereitungen kombiniert werden?
Bei Gelenksschmerzen, Entzündungen und ähnlichem könnte man an eine Kombination mit Arnika zur äußerlichen Anwendung denken. Auch Weihrauch, Kurkuma oder die Weidenrinde erweisen sich als sehr hilfreich.
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Am 31.12.2025 entfiel die wöchentliche Radiosendung aufgrund des Sylvester-Feiertages.
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Am 17.12.2025 sprach Mag. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über "Weihnachtliche Aromaöle"
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Belebende Düfte zur Stimmungsaufhellung, lindernde Öle gegen Erkältungen oder Naturkraft in entspannenden Massageölen – gerade jetzt in der Winter- und Weihnachtszeit spielen ätherische Öle eine große Rolle für unser Wohlbefinden.
Ätherische Öle haben vielfältige Anwendungsgebiete und können – sofern 100% naturrein – auf unterschiedliche Arten angewendet werden.
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Wie wirken ätherische Öle?
Die besondere Wirkung der ätherischen Öle ist ja schon seit dem Altertum bekannt und wurden sowohl in der Heilkunde als auch in der Kosmetik verwendet.
Generell muss man zwischen Aromatherapie und Aromapflege unterscheiden.
Bei der Aromatherapie handelt es sich um eine Form der Pflanzenheilkunde und hier werden ätherische Öle zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.
Abzugrenzen davon ist die Aromapflege, deren Ziel es ist, mit ätherischen Ölen das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Im privaten Bereich werden ätherische Öle primär verwendet, um die Gesundheit zu erhalten und ganzheitlich das körperlich-seelische Wohlbefinden zu fördern. Dabei unterstützen sie unsere Abwehr- und Selbstheilungskräfte und helfen bei einer Vielzahl von Beschwerden, etwa bei Erkältungssymptomen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhezuständen sowie bei seelischen Beschwerden wie Konzentrationsstörungen. Zudem sind die ätherischen Öle sehr beliebt als als Massageöle, Badezusätze oder Saunaaufgüsse, und sie werden gern zur Raumbeduftung oder Körperpflege eingesetzt. Nicht zu vergessen die Aromaküche, denn mit 100% naturreinen Ölen kann man auch in Speisen und Getränke verfeinern.
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Welche Öle passen jetzt gut zur Weihnachtszeit?
Gerade jetzt sorgen Aromamischungen für eine gute Atmosphäre und eigenen sich bestens als Weihnachtsgeschenk oder kleines Mitbringsel zur Adventjause. Bei individuellen Mischungen werden aus den drei Bereichen Basis- Herz- und Kopfnote Öle ausgewählt, die sich dann optimal ergänzen.
Kopfnoten sind frische, spritzige Düfte wie Bergamotte, Grapefruit, Pfefferminze – das Mittel gegen Kopfschmerzen, sehr gut als Roll-on anwendbar - oder auch Zitrone, die gerade in Erkältungszeiten die Virenlast in der Raumluft reduzieren kann. Sie alle wirken aktivierend, erfrischend und konzentrationssteigernd.
Herznoten hingegen sind warme, eher blumige Düfte wie Lavendel, Rose und als Basisnoten kommen Harz-, Wurzel- und Holzöle wie Vanille, Sandelholz oder Zimt dazu – sie haben eine kräftigende und zentrierende Wirkung und sorgen für ein heimeliges Gefühl von Nestwärme und Geborgenheit.
Weiter beliebte Öle gerade jetzt sind alle Orangenöle, Nelke, Tonkabohne, und natürlich nicht zu vergessen die erfrischenden Nadelhölzer wie Fichte, Tanne Zirbe oder die Kiefer – die unser Selbstbewusstsein stärkt und sich bei Rheuma und Erkältungen sehr bewährt. Da sind wir bei der Zusammenstellung gerne behilflich…
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Wie kann ich sie anwenden?
Die beliebteste Anwendung ist sicher die Raumbeduftung, dafür gibt man je nach Raumgröße 5 bis 15 Tropfen in ein Beduftungsgerät. Dabei sollte man nach 2-3 Stunden wieder gut durchlüften und eine Pause einlegen. Für Duftsteine oder Anhänger und Vliese für Bad, Auto, Schlafzimmer oder auf Reisen fürs Hotelzimmer genügen meist 3-5 Tropfen.
Ätherische Öle gibt es auch als praktische Raumsprays, hier wendet man 2-3 Sprühstöße alle 2-3 Stunden an.
Für die Anwendung auf der Haut gilt verdünnt man ätherische Öle immer mit einem passenden Trägeröl im Verhältnis 0,5 – 1 % - also 5-10 Tropfen auf 50ml Trägeröl.
Ja, und wer seinen Weihnachtskeksen Zitronen- oder Orangengeschmack verleihen möchte, der ist mit naturreinen Öle sehr gut bedient, jedoch Vorsicht bei der Dosierung – ätherische Öle sind hochkonzentriert – da genügt meist ein Tropfen!
Adventduft
2 Tropfen Orange oder Mandarine rot oder grün
2 Tropfen Zimt
2 Tropfen Muskat
Weihnachtsduft
2 Tropfen Mandarine rot oder grün
2 Tropfen Zimt
2 Tropfen Vanille
1 Tropfen Nelke
​​Gutes Gelingen!
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Am 10.12.2025 sprach Mag. Andreas Gentzsch aus St. Pölten über "Mittel gegen Schlafschwierigkeiten: Wege zu besserem Schlaf"
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Schlafschwierigkeiten gehören zu den weitverbreitetsten Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Viele Menschen haben Schwierigkeiten ein- oder durchzuschlafen oder fühlen sich trotz ausreichender Schlafdauer am nächsten Morgen nicht erholt. Die Ursachen können vielfältig sein: Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten, psychische Belastungen, schlechte Schlafgewohnheiten oder körperliche Beschwerden. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Möglichkeiten zur Verbesserung der Schlafqualität zu kennen und gezielt einzusetzen. Die folgenden Ansätze umfassen bewährte Methoden aus der Schlafhygiene, natürliche Mittel, Entspannungstechniken sowie verhaltenstherapeutische Maßnahmen.
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Schlafhygiene – Die Basis eines gesunden Schlafs
Die sogenannte Schlafhygiene bildet das Fundament jeder erfolgreichen Behandlung von Schlafschwierigkeiten. Dahinter verbergen sich Verhaltensweisen und Umgebungsfaktoren, die den Schlaf begünstigen.
Regelmäßige Schlafzeiten:
Der menschliche Körper liebt Routinen. Wer jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht und aufsteht, bringt seinen biologischen Rhythmus durcheinander. Ein fester Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert die innere Uhr und erleichtert das Einschlafen.
Ruhige und dunkle Schlafumgebung:
Licht, Lärm oder eine unpassende Raumtemperatur können den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Ideal sind etwa 16 bis 19 Grad Celsius. Auch Verdunkelungsvorhänge oder eine Schlafmaske können helfen, insbesondere in städtischen Umgebungen.
Bequeme Matratze und Schlafposition:
Eine qualitativ gute Matratze und ein ergonomisches Kissen sollten nicht unterschätzt werden. Der Körper benötigt ausreichend Unterstützung, damit Muskeln und Gelenke entspannen können.
Verzicht auf elektronische Geräte:
Smartphones, Tablets und Fernseher strahlen blaues Licht aus, das die Melatoninproduktion hemmt – jenes Hormon, das für den Schlaf verantwortlich ist. Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man digitale Bildschirme meiden.
Natürliche Mittel und unterstützende Hausmittel
Viele Menschen wünschen sich Mittel gegen Schlafschwierigkeiten, die ohne Medikamente auskommen. Zahlreiche natürliche Optionen können beruhigend auf Körper und Geist wirken.
Pflanzliche Präparate:
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Baldrian wirkt entspannend und kann die Einschlafzeit verkürzen.
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Passionsblume beruhigt das Nervensystem und wird häufig gegen innere Unruhe eingesetzt.
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Hopfen wird oft mit Baldrian kombiniert und zeigt eine mild sedierende Wirkung.
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Melisse duftet nicht nur angenehm, sondern unterstützt ebenfalls die Entspannung.
Diese Mittel wirken meist erst nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme und sind relativ gut verträglich.
Beruhigende Getränke:
Ein warmes Getränk vor dem Schlafen hat einen ritualhaften Charakter und signalisiert dem Körper Ruhe. Beliebt sind Kräutertees aus Kamille, Lavendel oder Melisse. Auch warme Milch mit Honig gilt traditionell als schlaffördernd, da sie beruhigt und wohltuend ist.
Aromatherapie:
Ätherische Öle wie Lavendel, Bergamotte oder Sandelholz können über Duftlampen, Sprays oder Badezusätze eingesetzt werden. Insbesondere Lavendelöl ist wissenschaftlich am besten untersucht und zeigt nachweislich beruhigende Effekte.
Melatonin:
Melatonin ist ein natürliches Hormon, das hauptsächlich von der Zirbeldrüse produziert wird und den Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers reguliert. Die Produktion steigt typischerweise bei Dunkelheit an, um Müdigkeit zu signalisieren und den Körper auf den Schlaf vorzubereiten. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es häufig zur Linderung von Jetlag oder kurzfristigen Schlafstörungen eingesetzt.
Entspannungsmethoden für Körper und Geist
Stress ist einer der häufigsten Auslöser von Schlafschwierigkeiten. Deshalb spielen Entspannungstechniken eine entscheidende Rolle:
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Hierbei spannt man nacheinander verschiedene Muskelgruppen an und entspannt sie anschließend bewusst. Dadurch werden muskuläre Verspannungen gelöst, und der Körper schaltet auf „Ruhezustand“ um.
Atemübungen
Schon wenige Minuten ruhiger, tiefer Atmung – beispielsweise die 4-7-8-Methode – senken Herzfrequenz und Stresslevel. Man atmet vier Sekunden ein, hält sieben Sekunden die Luft an und atmet acht Sekunden aus.
Meditation und Achtsamkeit
Diese Methoden helfen, kreisende Gedanken zur Ruhe zu bringen. Geführte Meditationen oder Schlafgeschichten können beim Einschlafen besonders effektiv sein.
Leichte körperliche Aktivität
Bewegung fördert den Stressabbau. Besonders geeignet sind Yoga, Dehnübungen oder ein ruhiger Spaziergang am Abend. Intensiver Sport sollte jedoch vermieden werden, da er den Körper aufputscht.
Verhaltenstherapeutische Ansätze
Wenn Schlafschwierigkeiten über längere Zeit bestehen, können verhaltenstherapeutische Maßnahmen besonders wirksam sein.
Schlafrestriktion
Dabei begrenzt man die Zeit im Bett zunächst auf die tatsächliche Schlafdauer, um den Schlafdruck zu erhöhen. Sobald der Schlaf stabiler wird, steigert man die Bettzeit schrittweise. Diese Methode gilt als eine der effektivsten bei chronischer Insomnie.
Stimuluskontrolle
Das Bett soll ausschließlich mit Schlaf assoziiert werden. Fernsehen, Essen oder Arbeiten im Bett sind tabu. Wenn man länger als 15–20 Minuten wachliegt, steht man kurz auf und kehrt erst zurück, wenn man wieder müde ist.
Gedankenmanagement
Viele Menschen grübeln abends besonders stark. Das Führen eines Abendjournals, in dem man Sorgen oder To-do-Listen festhält, kann helfen, den Kopf freizubekommen.
Lebensstilfaktoren und Ernährung
Auch der allgemeine Lebensstil spielt eine wesentliche Rolle.
Koffein und Alkohol reduzieren
Koffein – auch in Cola, Energydrinks oder schwarzem Tee – kann noch Stunden nach dem Konsum wach halten. Alkohol wirkt zwar zunächst einschläfernd, stört jedoch die Schlafqualität und führt zu häufigem nächtlichem Erwachen.
Regelmäßige Bewegung
Moderater Sport am Tag führt nachweislich zu besserem Schlaf. Optimal sind 30 Minuten Bewegung an fünf Tagen pro Woche.
Leichte Abendmahlzeiten
Schwere, fettige Speisen belasten den Verdauungstrakt und machen den Schlaf unruhig. Empfehlenswert sind leichte Mahlzeiten, z. B. Gemüsegerichte, Suppen oder leicht verdauliche Kohlenhydrate.
Fazit
Schlafschwierigkeiten lassen sich in vielen Fällen durch eine Kombination aus gesunder Schlafhygiene, natürlichen Mitteln, Entspannungstechniken und Verhaltensänderungen deutlich verbessern. Wichtig ist, geduldig zu sein: Der Körper benötigt oft einige Wochen, um neue Gewohnheiten zu verinnerlichen. Sollten Schlafprobleme jedoch über längere Zeit bestehen oder von starken Beschwerden begleitet werden, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Am 03.12.2025 sprach Mag. pharm Ulrike Zöchling aus St.Pölten über "Wärmebehandlungen zum Auflegen und Baden"
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Wer nicht schmieren oder einreiben will, kann neben der guten alten Wärmeflasche zu Wärmepflastern greifen. Es gibt sie mit oder ohne Wirkstoff. Oder Sie tauchen ein in ein wohlig warmes Bad – je nach Wassertemperatur, Badedauer und Zusätzen wie z.B. ätherischen Ölen kann ein Bad mehr als nur reinigen.
Wärmepflaster
OHNE Wirkstoff ist es reine physikalische Wärme, die wie ein Thermophor zum Kleben oder „Anschnallen“ auffordert: beim Öffnen der Verpackung gelangt Sauerstoff in die Wärmezellen und setzt eine natürliche Oxidation in Gang. Dadurch erwärmt sich das Pflasdter von selbst und spendet mindestens 8 Stunden lang gelichbleibende, wohltuende Wärme. Beim Abnehmen des Pflasters erlischt auch die Wirkung.
MIT Wirkstoff enthalten sie z.B. ein Cayennepfeffer- Dickextrakt, oder Capsaicin aus dem Paprika, der in die Haut eindringt, die Gefäße öffnet und so für Entspannung sorgt. Nur auf trockener unverletzter Haut anwenden, nicht in der Nähe von Augen, Zunge, Mund oder Lippen bringen; nach dem Kontakt mit dem Pflaster die Hände mit Wasser und Seife waschen. Anwendung nur bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.
Oder Sie greifen zu einem Pflaster mit dem Wirkstoff Diclofenac-Epolamin: dieser wird gut durch die Haut aufgenommen und gelangt unmittelbar in die betroffenen Gewebe, wo er seine schmerzstillende, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung entfaltet. 1–2-mal täglich (morgens oder abends) 1 Pflaster auf die zu behandelnde Stelle auflegen und gut andrücken. Das Pflaster ist selbsthaftend, auch an Gelenken und gut hautverträglich.
Für welche Beschwerden?
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Muskelentspannung: die Langzeit- und Tiefenwärme löst Verspannungen in der Muskulatur = Ursache des Schmerzes wird bekämpft. Auch bei Regelschmerzen.
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Erhöhte Durchblutung: die Durchblutung wird erhöht = der natürliche Heilungsprozess wird unterstützt.
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Schmerzlinderung: die Schmerzsignale an das Gehirn werden gehemmt = muskuläre Schmerzen werden gelindert.
WÄRME wirkt bei älteren oder hartnäckigen Verletzungen der Muskeln, Gelenke und Sehnen entspannend, fördert die Durchblutung und kann schmerzstillend wirken..
Wärme hilft am besten gegen muskuläre Schmerzen, wenn sie 8 – 12 Stunden bei ca. 40° einwirken kann.
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Ätherische Öle als Badezusatz wirken auf Körper und Seele wärmend
Eukalyptusöl: entwickelt starke Dämpfe, löst auch zähen Schleim.
Latschenkieferöl: fördert auch die Durchblutung, ein angenehmes Wärmegefühl entsteht, auch die Atemwege werden frei.
Ein Entspannungsbad mit Cajeputöl (auch für Kinder geeignet) und Orangenöl und Bergamotte lockert durch die Wärme des angereicherten Wassers die Muskeln. Wer es gerne scharf mag, nimmt noch einige Tropfen Cayennepfefferöl dazu. Alle ätherischen Öle vor der Zugabe ins Badewasser mit Honig oder Obers verrühren, damit sich das Öl mit dem Wasser verbinden kann.
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Auch Gewürze können von innen wärmen: Zimt wirkt krampflösend und antiseptisch, regt den Kreislauf an und wärmt von innen: sie merken es beim Punsch, im Glühwein und in Süßspeisen, beim Tee mit Gewürznelken oder Ingwer.
Galgant in der Suppe hält die Wärme innen, bei Verdauungsschwäche und Kreislaufproblemen, wohltuend, wenn es draußen klirrend kalt ist.
Herzerwärmend auch der Weißdorn-Punsch: zur Stärkung von Herz und Kreislauf und Durchblutung des Gehirns. Guten schwarzen Tee mit Punschmischung aus ätherischen Ölen und Weißdornsuspension - aus Ihrer Apotheke!!
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Am 26.11.2025 sprach Mag. Gertrude Kölbl aus Deutsch-Wagram über "Influenza und Pneumokokken"
Die Influenza, die sogenannte echte Grippe, ist eine ansteckende Erkrankung, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Symptome sind unterschiedlich und schwere Verläufe sind in allen Altersgruppen möglich. Der jährlich an die jeweils zirkulierenden Virenstämme angepasste Influenza-Impfstoff schützt in hohem Maße vor einer Erkrankung, insbesondere vor einem schweren Verlauf. Außerdem verringert er das Risiko bedrohlicher, manchmal sogar tödlicher Begleitkomplikationen.
Der Pneumokokken-Impfstoff schützt im Gegensatz zur Influenzaimpfung vor einer bakteriellen Erkrankung, nämlich vor der Pneumokokken-Lungenentzündung.
Impfempfehlungen gibt es in beiden Fällen zumeist für alle Menschen, jedoch sind Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken vor allem für Risikogruppen wichtig. Risikogruppen sind Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf- oder Leber- und Nierenerkrankungen, sowie Personen mit geschwächter Immunabwehr. Da sowohl eine Influenza als auch eine Lungenentzündung den gesamten Organismus über Monate schwächen können, sollte man diese einfache Möglichkeit zur Vorbeugung dieser schweren Infektionen nützen.
Auch wer beruflich viel mit anderen Menschen zu tun hat und Personen, die mit Risikopatienten zusammenleben oder sich um diese Personen kümmern, sollten sich unbedingt dagegen impfen lassen.
Wie läuft die Grippeimpfung ab?
Die Influenzaimpfung steht im öffentlichen Impfprogramm gratis zur Verfügung. Für Kinder und Jugendliche ab dem vollendeten 2. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr steht auch ein nasaler Lebendimpfstoff zur Verfügung. Die Grippeimpfung wird aber ansonsten meist als Spritze in den Oberarmmuskel verabreicht.
Nach der Impfung, die einmalig pro Grippesaison verabreicht wird, bildet das Immunsystem Antikörper gegen die abgeschwächten Viren oder deren Bestandteile, sodass ein vollständiger Schutz erst nach einigen Tagen aufgebaut ist. Ein bis zwei Wochen nach der Impfung kann das Immunsystem diese Viren dann erkennen und gezielt bekämpfen, wodurch eine Grippeerkrankung verhindert oder deren Verlauf deutlich abgeschwächt werden kann. Da sich Grippeviren ständig verändern, wird der Impfstoff jedes Jahr an die jeweils zirkulierenden Virusvarianten angepasst.
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Wann ist die beste Zeit für die Grippeimpfung?
Idealerweise wird eine Influenzaimpfung frühestens ab Mitte Oktober oder im November verabreicht. Fast jedes Jahr kommt es in den Herbst- bzw. Wintermonaten zwischen Dezember und März zu einer Influenza-Epidemie. Auch noch zu Beginn oder während einer laufenden Grippewelle kann eine Impfung jedoch sinnvoll sein. Gegen Influenza geimpfte Personen sind gegenüber Ungeimpften jedenfalls im Vorteil. Die Erkrankung verläuft zumeist milder und kürzer und es gibt deutlich weniger influenzabedingte Komplikationen. Geimpfte benötigen daher auch seltener einen Krankenhausaufenthalt.
Gefahr Pneumokokken
Pneumokokken sind wie schon erwähnt Bakterien, die den Nasenrachenraum besiedeln. Sie sind weltweit verbreitet und werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Sprechen. Die Bakterien befinden sich auch bei vielen gesunden Menschen im Nasenrachenraum. Sie erkranken zwar nicht, können aber andere Menschen anstecken.
Gefährdet sind wie bei der Influenza Menschen mit Vorerkrankungen oder einem schwächeren Immunsystem, beispielsweise Säuglinge und Kleinkinder, Personen über 60 Jahren oder chronisch Kranke. Mit zunehmendem Alter wird die Immunabwehr immer schlechter, weswegen besonders Personen im fortgeschrittenen Alter schwere Pneumokokken-Lungenentzündungen entwickeln und sogar daran versterben können. Diesem Personenkreis wird eine Pneumokokkenimpfung daher besonders dringend empfohlen.
Warum gegen Pneumokokken impfen?
Pneumokokken können verschiedene, zum Teil sehr schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen oder Mittelohrentzündungen verursachen.
Es gibt mehr als 95 verschiedene Pneumokokken-Stämme – in der Medizin spricht man auch von verschiedenen Serotypen. Die meisten Erkrankungen werden jedoch durch einige wenige Stämme verursacht und gegen diese schützen die Impfstoffe.
Seit heuer gibt es einen Impfstoff, der sogar 21 Pneumokokken-Serotypen abdeckt und im öffentlichen Impfprogramm gratis zur Verfügung steht. Dieser enthält zusätzliche Serotypen, die für Kinder und Jugendliche kaum, für Erwachsene jedoch sehr relevant sind.
Aus diesem Grund wird für Kinder im Zuge des kostenfreien Kinderimpfprogramms weiterhin ein Pneumokokken-Impfstoff verwendet, der nur vor 15 Stämmen schützt, die jedoch für Kinder und Jugendliche am relevantesten sind. Diese Impfung sollte ab der 6. Lebenswoche ehestmöglich erfolgen und nicht verzögert werden, da sie wie erwähnt schwere Erkrankungen wie eine Sepsis oder Meningitis, Lungen- oder Mittelohrentzündungen verhindern kann. Durch die Impfung von Kindern können außerdem nicht nur die Kinder selbst, sondern auch ältere Menschen durch Herdeneffekte profitieren.
Für gesunde Kinder ohne spezielle Indikation, also ohne Vorerkrankungen, ist ab dem vollendeten 5. Lebensjahr eine Pneumokokkenimpfung aber nicht mehr empfohlen.
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Am 19.11.2025 sprach Mag. Michaela Kittinger-Zöchling von der Hippolyt Apotheke in St.Pölten über "Bluthochdruck"
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Ein hoher Blutdruck tut nicht weh und bringt nicht zwingend sofort Symptome mit sich, aber erhöhte Werte über einen längeren Zeitraum können die Blutgefäße und das Herz schleichend schädigen. Damit ist Bluthochdruck ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfall oder Herzinfarkt. Ein einmalig erhöhter Wert, zB durch Aufregung beim Arzt, ist kein Grund zur Sorge, allerdings sollte der Blutdruck nicht über einen längeren Zeitraum erhöht sein. Denn dann können die Gefäße und das Herz beeinträchtigt werden. Vor allem wenn Begleiterkrankungen wie Diabetes oder hoher Cholesterinspiegel hinzukommen, sollte der Blutdruck gut eingestellt sein.
Wie misst man den Blutdruck richtig?
Morgens nach dem Aufstehen sollte etwa eine halbe Stunde verstreichen bis man eine Messung durchführt, denn in dieser Zeit kann der Blutdruck erhöht sein. Am besten nach dem Frühstück in Ruhe etwas Zeit nehmen und entspannen, dann kann ein „Ruhewert“ gemessen werden. Natürlich ist das zu jeder Tageszeit möglich, nicht bei Aufregung und unter Stress. Ein Blutdrucktagebuch führen ist sehr hilfreich, viele Blutdruckgeräte speichern bereits eine Vielzahl an Messungen und diese lassen sich auch auf das Smartphone übertragen.
Der „obere“ (systolische) Wert ist jene Druckwelle, die durch das Pumpen des Herzens erzeugt wird. Oft als Puls an der Halsschlagader oder am Handgelenk tastbar. Der „untere“ (diastolische) Wert zeigt den Druck, den die Gefäße aushalten müssen, während das sich das Herz für den nächsten Pumpschlag vorbereitet.
Der optimale Wert liegt bei 120 systolisch und 80 diastolisch, die Empfehlungen können aber je nach Alter oder anderen Risikofaktoren variieren.
Was macht man bei einem erhöhten Wert/erhöhten Werten?
War bereits einmal ein erhöhter Blutdruck vorhanden, dann empfiehlt sich eine tägliche Messung (in Ruhe) über 30 Tage. Sind mehr als 10 Werte davon erhöht, ist ein Arztbesuch anzuraten.
Muss man sofort Medikamente nehmen?
Bei leicht erhöhten Werten oder gelegentlich erhöhten Werten, können zu aller erst Lebensstiländerungen helfen, dann gibt es auch einige Präparate aus der Apotheke.
Gesunde Ernährung: wenig tierische Lebensmittel, wenig Zucker und Weißmehlprodukt, den Salzkonsum einschränken, Alkohol und Nikotin so wenig wie möglich. Dagegen ein gutes Stressmanagement, ausreichend Bewegung (öfters Ausdauertraining) und genügend Schlaf.
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Gibt es Vitamine und Spurenelemente, um den Blutdruck zu senken?
Allen voran eignet sich Magnesium, denn das entspannt die Gefäßmuskulatur und kann damit den Blutdruck normalisieren. Magnesium kann auch die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten unterstützen und sollte jedem Bluthochdruckpatienten ein Begriff sein. Auch eine vorbeugende Wirkung kann dem Magnesium zugeschrieben werden.
Kalium wird oft in Kombination mit Magnesium gegeben, da es als Gegenspieler von Natrium eine blutdrucksenkende Wirkung hat. Natrium wird vor allem mit Salz zugeführt und lässt den Blutdruck eher ansteigen.
Die großen Player im Stoffwechsel sind B-Vitamine und damit haben sie auch einen Effekt auf den Blutdruck. Einerseits erhält Vitamin B1 die Herzfunktion, Folsäure kann den Gefäßverengung vorbeugen, indem es den Homocysteinspiegel ausgleicht.
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Gibt es auch natürliche Mittel, um den Blutdruck zu senken?
Es gibt spezielle Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole. Diese wirken erweiternd auf die Gefäße und damit blutdrucksenkend. Studien haben ergeben, dass sie so effektiv sind, wie niedrig dosierte Blutdruck-Medikamente. Allerdings müssen sie dafür ausreichend dosiert werden. Hierfür werden Olivenblätter genutzt, deren Extrakt in Apotheken zur leichten Blutdrucksenkung angeboten wird. Gleichzeitig bietet dieser Extrakt den Vorteil, die Gefäße zu schützen durch einen antioxidativen Effekt.
Kann man stattdessen auch Olivenöl einnehmen?
Das Öl der Olivenbäume hat nicht den gleichen Gehalt der Polyphenole wie die Blätter. Kaltgepresstes Olivenöl ist zwar (in Maßen genossen) ein gesundes Lebensmittel, allerdings kann es den Blutdruck nicht so senken, wie der Extrakt der Olivenblätter.
Was ist mit Aminosäuren?
Unter den Aminosäuren kann Arginin den Blutdruck sehr gut senken. Neben Muskelaufbau und verbesserter Fettverbrennung, kann Arginin auch die Durchblutung verbessern.
Wie sieht es mit Omega 3 Fettsäuren aus?
Omega 3 Fettsäuren aus Fisch oder Algen haben einen schützenden Effekt auf die Gefäße, indem sie die Gefäßwände elastisch halten und die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Das kann sich mitunter auch positiv auf den Blutdruck auswirken. In jedem Fall ist es bei einer Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten zu empfehlen, Omega 3 Fettsäuren als Gefäßschutz zu nehmen.
Welche Nahrungsergänzungen sind sinnvoll, wenn man blutdrucksenkende Medikamente einnimmt?
Auf jeden Fall Magnesium. Denn viele dieser Medikamente erniedrigen den Magnesiumspiegel (vor allem entwässernde Tabletten).
Ein antioxidativer Schutz mit Olivenblattextrakt, der auch gleichzeitig den Blutdruck zusätzlich senkt, kann sinnvoll sein, sollte aber mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden.
Omega 3 Fettsäuren und Coenzym Q 10 sind ebenfalls sinnvolle Begleiter einer Therapie, um die Gefäße zu schützen und gesund zu erhalten.
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Am 12. November 2025 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über "Aminosäuren bei Gürtelrose und Nervenschmerzen"
Es betrifft viele Menschen – und oft völlig überraschend: die Gürtelrose, medizinisch auch Herpes Zoster genannt.
Dabei handelt es sich um eine Reaktivierung des Windpockenvirus, das nach einer überstandenen Infektion ein Leben lang im Körper „schlummert“. Wird das Immunsystem geschwächt – durch Stress, Krankheit oder im Alter – kann dieses Virus wieder aktiv werden und eine schmerzhafte Hauterkrankung mit Nervenschmerzen auslösen.
Was passiert bei Gürtelrose eigentlich im Körper?
Das Virus befällt Nervenzellen und verursacht entzündliche Hautausschläge – meist gürtelförmig am Rumpf, manchmal auch im Gesicht. Die betroffenen Nerven bleiben häufig noch Wochen oder Monate empfindlich.
Diese sogenannten postzosterischen Neuralgien – also Nervenschmerzen nach der Gürtelrose – können sehr unangenehm sein.
Neben der klassischen medizinischen Behandlung – meist mit antiviralen Medikamenten und Schmerzmitteln – rückt in den letzten Jahren auch die Ernährung und Mikronährstoffversorgung stärker in den Fokus.
Denn bestimmte Aminosäuren und B-Vitamine können den Körper unterstützen, schneller zu regenerieren und die Nervengesundheit zu fördern.
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Aminosäuren – kleine Bausteine mit großer Wirkung
Natürlich steht bei akuten Fällen die medikamentöse Therapie an erster Stelle – mit antiviralen Medikamenten, Schmerzmitteln und manchmal auch Cortison. Aminosäuren sind die Grundbausteine von Eiweißen und spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem, im Zellaufbau und in der Nervenfunktion.
Bei Gürtelrose und anderen Virusinfektionen sind vor allem drei Substanzen interessant:
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L-Lysin – Diese Aminosäure ist bekannt dafür, dass sie die Vermehrung von Herpesviren hemmen kann.
Sie steht sozusagen in Konkurrenz zu L-Arginin, das Viren zum Wachsen brauchen.
Mehr L-Lysin bedeutet: weniger Futter fürs Virus – und damit eine schnellere Abheilung.
Viele Menschen nehmen L-Lysin übrigens auch, um Fieberblasen vorzubeugen oder deren Verlauf zu mildern. -
Cytidin – Das ist ein Baustein der sogenannten Nukleotide, also Bestandteile der Erbsubstanz.
In Kombination mit Uridin unterstützt Cytidin die Regeneration von Nervenzellen und die Bildung von Zellmembranen.
Gerade nach einer Gürtelrose, wenn die Nerven geschädigt sind, kann Cytidin helfen, die Reizweiterleitung zu stabilisieren und Schmerzen zu lindern. -
Uridin – Auch diese Substanz ist ein wichtiger Bestandteil der Zell- und Nervenregeneration.
Uridin fördert die Bildung von Phospholipiden, also Bausteinen der Nervenhülle.
Man kann sich das vorstellen wie eine schützende Isolierung rund um ein Stromkabel.
Wenn diese Hülle wieder aufgebaut wird, nimmt das „elektrische Flattern“ – also die Schmerzempfindlichkeit – spürbar ab.
Eine ausgewogene Ernährung mit proteinreichen Lebensmitteln – wie Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Fisch und Geflügel – ist dabei eine gute Basis. Ergänzend kann die gezielte Einnahme von Aminosäurenpräparaten unter fachlicher Begleitung sinnvoll sein.
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B-Vitamine und Nervengesundheit
Auch die B-Vitamine, insbesondere B1 (Thiamin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), spielen eine entscheidende Rolle für gesunde Nerven. Sie fördern die Reizleitung, schützen die Nervenhüllen und tragen dazu bei, dass sich geschädigte Nerven besser regenerieren können. In der Apotheke gibt es entsprechende Kombinationspräparate, die zur Unterstützung bei Nervenschmerzen eingesetzt werden.
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Impfempfehlung – kostenloser Schutz vor Gürtelrose
Ein ganz wichtiger Punkt ist die Vorbeugung. Seit einiger Zeit gibt es eine kostenlose Impfung gegen Gürtelrose, empfohlen für alle Personen ab 50 Jahren – und für jüngere Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Diese Impfung kann das Risiko deutlich senken, überhaupt an Gürtelrose zu erkranken oder schwere Verläufe zu entwickeln.
Kommen Sie gerne in Ihre Apotheke – dort informieren wir Sie gerne über die Impfung und was Sie beachten sollten.
Denn, die Impfung bleibt die effektivste Möglichkeit, einer Gürtelrose vorzubeugen.
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Am 05. November 2025 sprach Dr.in Angelika Borger aus Wr. Neustadt über "Trockenes Auge"
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Warum leiden so viele Menschen an einem sogenannten Sicca-Syndrom, sprich unter einem trockenen Auge und was ist das genau?
Personen, die unter einem Sicca Syndrom leiden, weisen eine Störung des Tränenfilms auf. Die Augenoberfläche wird nicht mehr mit genügend Feuchtigkeit versorgt. Dies kann einerseits durch einen verminderte Tränenflüssigkeitsmenge oder durch eine qualitativ unzureichende Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit ausgelöst werden. Aufgrund dieser Tatsache können Fremdkörper nicht mehr optimal ausgeschwemmt werden oder das Lid kann nicht mehr komplikationslos über die Hornhaut gleiten bzw. können Fremdkörper nicht mehr optimal abgewehrt werden.
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Was sind die Auslöser von trockenen Augen?
Im Winter führen Kälte und Wind zu einer Austrocknung, im Sommer sind vor allem Klimaanlagen und die damit verbundene niedrige Luftfeuchtigkeit dafür verantwortlich. Ein weiterer Auslöser ist vermehrte Bildschirmarbeit. Man blinzelt weniger, wodurch das Auge nicht mit Tränenflüssigkeit überzogen wird. Das Tragen von Kontaktlinsen, aber auch Allergien, zunehmendes Alter oder verschiedenen Krankheitsbilder (Schilddrüsenunterfunktion, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Diabetes, Neurodermitis etc.) und deren Behandlung können zu einer Verminderung von Tränenflüssigkeit führen.
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Welche Symptome treten auf?
Das Auge kann kribbeln, brennen, jucken. Viele Betroffene berichten von einem Sandkorngefühl und von müden, lichtempfindlichen Augen. Interessanterweise können auch rinnende Augen auf das Sicca Syndrom zurückgeführt werden. Das Auge versucht nämlich durch eine vermehrte Tränenproduktion den Feuchtigkeitsmangel auszugleichen.
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Welche Substanzen sollten Augenzubereitungen enthalten, die bei trockenen Augen eingesetzt werden?
Ich empfehle vor allem Augentropfen mit unserem natürlichen Feuchthaltefaktor der Hyaluronsäure. Diese Substanz kann aufgrund ihrer Struktur sehr viel Wasser binden und so die Binde- und Hornhaut befeuchten und einen gleichbleibenden Schutzfilm bilden. Dexpanthenol, auch als Provitamin B5 bekannt, zeigt sehr gute wasserbindende und befeuchtende Eigenschaften und fördert weiters die Wundheilung und Regeneration, falls die Horn- und/oder die Bindehaut angegriffen sind. Auch Heparin hat eine hohe Wasserbindungskapazität und wirkt dadurch feuchtigkeitsspendend und regenerierend und bewirkt auch, dass die Augentropfen langhaltend an der Augenoberfläche haften bleiben. Und last but not least sollten wir auch an Produkte denken, die Vitamin A enthalten, dass ja ein Bestandteil des Tränenfilms ist.
Können wir auch an pflanzliche Stoffe denken?
Von der pflanzlichen Seite kann man immer an den Augentrost, im Lateinischen Euphrasia denken. Er lindert Reizungen, versorgt das Auge mit einem Frischegefühl, befeuchtet, pflegt und beruhigt.
Was gilt es weiters zu beachten?
Personen, die unter trockenen Augen leiden sollten möglichst zu konservierungsmittelfreien Zubereitungen greifen. Konservierungsmittel sind sehr häufig Allergieauslöser und können den Flüssigkeitsfilm des Auges destabilisieren. Aufgrund der eingeschränkten Haltbarkeit konservierungsmittelfreier Produkte, hat man früher immer wieder zu konservierten Produkten gegriffen. Mittlerweile sind einerseits Produkte am Markt, die in Einzeldosen verpackt sind und andererseits verwenden viele Firmen Filtersysteme, die vor einer mikrobiellen Verunreinigung schützen und Haltbarkeiten von bis zu 12 Monaten ab Öffnung zulassen. Diese Produkte sind meist gelartige Tropfen, Augengele oder Salben, die aufgrund ihrer Zusammensetzung länger an der Hornhautoberfläche verbleiben und dadurch nachhaltig Linderung verschaffen. Kommen Sie in die Apotheke, wir beraten Sie gerne.​​
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Bei Bedarf fragen Sie in Ihrer Apotheke nach weiteren Informationen!
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