Radio NÖ Apotheken-Tipps

„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert. 

 

Aktueller Beitrag:

In der Sendung Radio NÖ am 02. November 2022 sprach Frau Mag. Ulrike Zöchling über Ätherische Öle.

 

Zurzeit schenkt uns die Sonne noch Licht und etwas Wärme, doch bald taucht die Natur in die dunkelste Zeit des Jahres ein – und wir mit ihr. Das ist die Gelegenheit für Rückzug, Kraft tanken von innen heraus und unsere Ruheräume neu gestalten und benutzen. Hier können uns ätherische Öle eine gute Hilfe für Wohlbefinden und so manches Wehwehchen sein.

Zimt und Orange zur Weihnachtszeit, Zeder gegen Motten oder Zitrone zum Backen – ätherische Öle haben im Wellnessbereich und Haushalt ihren fixen Platz in den unterschiedlichsten Anwendungen. Altes Wissen kommt hier zum Einsatz: Bereits die alten Ägypter, Sumerer, Chinesen und Römer verwendeten duftende Pflanzenstoffe, doch erst Rene-Maurice Gattefoss aus dem südfranzösischen Grasse prägte den Begriff Aromatherapie. Jedoch - Aromaessenzen können mehr und werden zunehmend in der medizinischen Pflege eingesetzt. Dabei kommt dem Wissen um die Wirkung und dem verantwortungsvollen Umgang und Einsatz der richtigen Öle beim jeweiligen Krankheitsbild enorme Bedeutung bei. Und hier können wir Apotheker*innen gerne beratend behilflich sein!

Die Aromapflege (in der Geriatrie) ist Teil der Pflanzenheilkunde und gehört zu den komplementären Pflegemethoden. Sie wird ergänzend zum herkömmlichen Pflegeangebot und unterstützend zur klassischen Schulmedizin angewendet. Krankenhäuser und Pflegedienste, die sich der ganzheitlich orientierten Pflege verschrieben haben, wenden die Aromatherapie bereits seit vielen Jahren im Rahmen der physikalischen Therapie mit Erfolg an. Die nachweisebare therapeutische Wirkung dieser flüchtigen Stoffe ist wissenschaftlich belegt (z.B. Lavendel, Pfefferminze, Eukalyptus) und Bestandteile der ätherischen Öle bereits nach wenigen Minuten im Blut nachweisbar.

Da jedoch im Alter die Geruchswahrnehmung abnimmt und bei über 80-jährigen nur mehr 20% eines jungen Menschen beträgt, müssen dabei eventuell stärkere Geruchsreize gesetzt werden. Im Gegensatz dazu wird die Haut im Alter empfindlicher und erfordert bei Körperanwendungen meist niedrigere Dosierungen.

Und große Hoffnung setzt man auf den Einsatz dieser duftenden Helfer bei Keimen, welche auf Antibiotika resistent wurden.

Grundsätzlich sind alle Anwendungsformen erlaubt: von der bekannten Raumbeduftung über Waschungen, Bäder, Einreibungen und Streichungen bis hin zum „Setzen eines Duftankers“, der gerne in der Pflege von Menschen mit Demenz eingesetzt wird.

Basilikumöl als Nervenstärkungsmittel bei Ängsten, nervösen Spannungen und Niedergeschlagenheit gemischt mit Orangenöl als positiv und heiter wirkendes Öl zur Massage oder im Badewasser (mit Obers oder Salz vorab gemischt).

Zitronenöl bei Appetitmangel und verringertem Durstgefühl durch aromatisiertes Trinkwasser

Rosenöl in Handcremen zur Harmonisierung und zum „Loslassen“, pflegt trockene empfindliche Haut.

Grundsätzlich können Zitrusöle höher dosiert werden (10 – 12 Tropfen), scharfe ätherische Öle wie Eukalyptus-, Wacholder oder Zedernöl sollten hingegen vorsichtig verwendet werden (1–3 Tropfen).“In der Apotheke können wir Ihnen gerne Ölmischungen zusammenstellen und auf allf. Beschwerden abstimmen.

In unseren Apotheken gibt es ausgebildete Aromaexperten, die Sie fachgerecht beraten können! Damit es Ihnen gut geht…..

 

Hier einige Beispiele für IHR persönliches Wohlbefinden in der „dunklen Zeit“:

 

> Aromabad 3 EL Obers, Honig

oder Meersalz, 5 Tropfen Mandarinenöl,

5 Tropfen Orangenöl,

2 Tropfen Sandelholzöl

> Entspannungsbad Je 5 Tropfen

Orangen-, Bergamotteund

Limettenöl

> Beruhigungsbad 5 Tropfen

Lemongrasöl, 5 Tropfen

Lavendelöl, 2 Tropfen Zedernöl

> Erkältungsbad Je 2 Tropfen

Cajeput-, Eukalyptus- und

Teebaumöl

 

Für Kinder sollte immer die Hälfte der Tropfenmenge verwendet werden.

Vorsicht bei hohem Blutdruck, Schwangerschaft, allf. Beschwerden.

Beduften Sie Ihr Schlafzimmer mit 3 Tr. Lavendel, 1 Tr. Rose und 2 Tropfen Neroli in einer Aromalampe oder elektrischen Duftlampe (Kerzen immer ausblasen vor dem Zubettgehen!!)

 

Verwöhnen Sie sich mit einem entspannenden Abendbad, das herrlich müde und eine streichelweiche Haut macht:

2 Tr. Lavendel, 2 Tr. Muskatellersalbei, 4 Tr. römische Kamille mti einem halben Becher Schlagobers vermengt im Badewasser verteilen.

 

In der Küche: verwenden Sie statt Zitrone oder Orangenschalen doch 1 Tropfen reine ätherisches Zitronen- oder Orangenöl aus kbA. Das verleiht Ihren Weihnachtskeksen eine persönliche Note.

 

Vanillezucker selbst gemacht:

Ca 15 Tropfen Vanilleöl auf

Ca 20 dag Staubzucker oder Rohrohrzucker in ein Glas mit Schraubverchluss füllen, den >Rand des Gefäßes mit Öl beträufeln, zuschrauben.

1 – 2 x täglich schütteln, nach 1 – 2 wochen haben Sie den gereiften fertigen Vanillezucker. Köstlich! Und zu allem zu gebrauchen.

 

 Heißer Fruchtpunsch

 Zutaten:

500ml Früchtetee

500ml Apfelsaft

Saft einer Zitrone

1EL Honig

5 Tr. Punschmischung

 

Zubereitung:

Die ätherischen Öle erst in Honig auflösen, Zitronensaft dazugeben. Mit erhitztem Apfelsaft und Früchtetee aufgießen und genießen.

 

Fruchtpunschmischung aus Bergamotteöl, Orangenöl und Nelkenöl – aus Ihrer Apotheke)

 

 

Aroma-Lebkuchen

 

Zutaten:

200g Butter

300g Rohrohrzucker

4 Eier

200g Roggenvollkornmehl

300g Dinkelvollmehl

1 Pk. Weinstein-Backpulver

1 EL Rum

½ Flasche ätherische Lebkuchenmischung in 1 EL Sonnenblumenöl

 

Fülle:

300g Zwetschken- oder Ribiselmarmelade

50g Aranzini

50g Zitronat

50g Walnüsse

50g Haselnüsse

50g Rosinen (in Kirschrum über Nacht einweichen)

 

Eine Hälfte des Teiges auf ein Blech streichen, Fülle aufstreichen, zweite Hälfte mit etwas Milch vermischen und darüber streichen.

Bei 180°C backen, erkalten lassen und mit Schokoladenglasur überziehen.

Lebkuchengewürzmischung: Nelkenöl, Honig, Anisöl, Orangenöl, Ingweröl.

Qualität

Der Qualitätsanspruch erstreckt sich nicht nur auf die Öle – 100% reines ätherisches Öl (die Bezeichnung „echtes Öl“ ist keine Qualitäts- oder Reinheitsgarantie) muss es schon sein, um therapeutisch wirksam zu sein – sondern auch oder vor allem auf die Auswahl der verwendeten Öle und Mischungen.