Radio NÖ Apotheken-Tipps

„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert. 

 

Aktueller Beitrag:

In der Sendung Radio NÖ am 31. August 2022 sprach Mag. Andreas Gentzsch über Vitamin D.

 

Vitamin D kann von unserem Körper bei intensiver Sonneneinstrahlung in einem gewissen Maße selbst produziert werden, weshalb es laut Definition nicht als Vitamin (=lebenswichtiger Stoff, der über Nahrung zugeführt werden muss) bezeichnet werden dürfte. Aufgrund unserer geografischen Lage und der damit verbundenen mangelnden UVB Strahlung können wir jedoch in Österreich vor allem in den Wintermonaten nicht genügend Vitamin D bilden. Im Sommer dagegen blockiert die Verwendung von Sonnencremen bis zu 95% der Vitamin D-Synthese. Um den Zwiespalt zwischen sinnvollem Hautschutz und der Abdeckung des notwendigen Vitamin D Bedarfs zu lösen, empfiehlt sich ganz einfach die Einnahme von Vitamin D Präparaten.

 

Vitamin D

  • kräftigt Knochen und Muskulatur

  • verbessert die Gefäßgesundheit, den Blutdruck und die Herzmuskelleistung

  • stärkt das Immunsystem, hilft bei Allergien und verringert das Risiko für Atemwegserkrankungen

  • verringert das Krebsrisiko (Darmkrebs, Brustkrebs,…)

  • verbessert den Stoffwechsel bei Typ II Diabetes

  • hilft bei Nervenerkrankungen, z.B. bei Multipler Sklerose…

  • schützt Nervenzellen – unterstützt eine gesunde Schwangerschaft.

 

Vitamin D:
Die Toxizität von Vitamin D3, als fettlöslichem Vitamin, wird in der Presse oft stark übertrieben. Als lebenslang unbedenkliche Obergrenze der täglichen Vitamin D3 Zufuhr wurde von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit im Juli 2012 der Wert von 4.000 I.E Vitamin D3 pro Tag bei Erwachsenen festgelegt. Die US amerikanische endokrinologische Fachgesellschaft gibt in ihrem aktuellen Leitfaden zu Vitamin D sogar 10.000 I.E als sichere Obergrenze pro Tag für Erwachsene an. Um eine Gefahr der Überdosierung zu vermeiden kann aber der 25-OH-D Status einfach über eine Blutabnahme ermittelt werden, um die individuelle Tagesdosierung bei einer Vitamin-D Unterversorgung zu berechnen. Die Blutabnahme kann zum Beispiel infolge einer Gesundenuntersuchung erfolgen.

 

Vitamin K:

Es gibt drei K-Vitamine, von denen Vitamin K1 (Phylloquinon) die Gerinnungsfaktoren des Blutes beeinflussen kann. Vitamin K2 (Menaquinon) unterstützt den Knochenstoffwechsel und schützt vor Verkalkung der Blutgefäße. Vitamin K3 (Menadion) muss laborchemisch hergestellt werden und ist für die Gesundheit nicht weiter von Bedeutung. Alle drei sind fettlöslich.

Interessant für den Knochenstoffwechsel ist vor allem Vitamin K2: es wird vorwiegend aus Bakterien gebildet. Besonders reich an Vitamin K2 ist Natto, welches aus fermentierten Sojabohnen hergestellt wird. In einigen Studien konnte die Einnahme von Vitamin-K-Nahrungsergänzungsmittel das Risiko von Osteoporose, Knochenbrüchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Es konnte beobachtet werden, dass Vitamin K2 und Vitamin D3 sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.