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Unsere Apothekerinnen im Radio NÖ

„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Vormittag Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert. 

Radiobeiträge können Sie bei uns in der Apotheke auch ausgedruckt zum Nachlesen bekommen!

Am 11.02.2026 sprach Mag. pharm Andreas Gentsch aus St.Pölten über "Nährstoffe für die Augen"

 

Unsere Augen sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt, etwa durch lange Bildschirmarbeit,
künstliches Licht und den natürlichen Alterungsprozess. Nahrungsergänzungsmittel für die Augen
werden häufig eingesetzt, um die Sehkraft zu unterstützen und Augenerkrankungen vorzubeugen.

 

Wichtige Nährstoffe
 

Vitamin A ist essenziell für den Sehvorgang und besonders wichtig für das Dämmerungssehen. In
Nahrungsergänzungsmitteln liegt es meist als Retinol oder Beta-Carotin vor. Natürliches Vitamin A
(Retinol) kommt vor allem in tierischen Produkten wie Leber, Eiern, Butter, Käse und Fisch vor.
Zusätzlich kann der Bedarf über Beta-Carotin (Provitamin A), das der Körper zu Vitamin A umwandeln
kann. Natürliche Quellen dafür sind Karotten, Süßkartoffeln, Grünkohl, Spinat, Kürbis und rote
Paprika.


Lutein und Zeaxanthin sind natürliche, fettlösliche Carotinoide, die der Körper nicht selbst herstellen
kann. Sie finden sich in hoher Konzentration in dunkelgrünem Blattgemüse (Grünkohl, Spinat), Mais,
gelb-orangen Blüten (Tagetes) und Eigelb. Diese Farbstoffe gehören zu den zentralen Wirkstoffen
moderner Augenpräparate und schützen das Auge, indem sie als innere Sonnenbrille fungieren. Sie
schützen die Netzhaut vor schädlichem blauem Licht und oxidativem Stress. Studien zeigen, dass sie
das Risiko für altersbedingte Makuladegeneration senken und deren Fortschreiten verlangsamen
können. Diese Carotinoide gelten als gut verträglich und sind besonders für ältere Menschen
relevant
.


Vitamin C und Vitamin E wirken als Antioxidantien und schützen die Zellen der Augen vor freien
Radikalen. Sie können zur Verlangsamung altersbedingter Veränderungen beitragen und werden
häufig gemeinsam in Kombipräparaten eingesetzt.


Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA, sind ein wichtiger Bestandteil der Netzhaut.
Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl oder Algenöl können vor allem bei trockenen Augen und
intensiver Bildschirmarbeit hilfreich sein, da sie den Tränenfilm stabilisieren und entzündliche
Prozesse mindern können.


Zink unterstützt den Transport von Vitamin A zur Netzhaut und spielt eine wichtige Rolle für die
normale Sehfunktion. Es ist Bestandteil vieler spezieller Augenpräparate, sollte jedoch nicht
dauerhaft hochdosiert eingenommen werden.


Nahrungsergänzungsmittel können die Augengesundheit gezielt unterstützen, insbesondere bei
erhöhtem Bedarf, im Alter oder bei intensiver Belastung der Augen. Besonders gut untersucht sind
Lutein, Zeaxanthin, Omega-3-Fettsäuren sowie antioxidative Vitamine. Entscheidend ist ein
bewusster Einsatz: Nahrungsergänzungsmittel sollten die Ernährung ergänzen, nicht ersetzen, und
idealerweise in Absprache mit ihrer/m Apotheker/in eingenommen werden.

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Am 04.02.2026 sprach Mag. pharm Ulrike Zöchling von der Hippolyt-Apotheke in St.Pölten über "Wärmende Hausmittel"

Was sind wärmende Hausmittel?
Das sind bewährte Methoden, um bei Erkältungen, Kältegefühl oder Muskelverspannungen Linderung zu erhalten. Sie fördern die Durchblutung und aktivieren die Selbstheilungskräfte.

Wie können sie angewendet werden?
Sie können innerlich oder äußerlich angewendet werden:   innerliche Anwendung entsteht durch Stoffwechselreize, indem wärmende Substanzen zugeführt werden, und so die Körpertemperatur reguliert wird.  Bei der äußerlichen Anwendung werden lokale Reize auf Haut und Gewebe erzeugt.

 

Womit kann innerliche Wärme erzeugt werden?
In erster Linie durch Tees aus Heilpflanzen, Kräutern und Gewürzen:  Trinken ist auch im Winter wichtig, damit die Schleimhäute nicht austrocknen und für Viren und Bakterien anfällig sind:

  • Ingwer mit seinen aromatischen Scharfstoffen führt zu einer Weitung der Gefäße, was die Durchblutung verbessert, das typische Frösteln lindert, die Abwehrkräfte mobilisiert. Enthält Vitamine, Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Eisen.

  • Die Kapland-Pelargonie hemmt das Wachstum von Viren und Bakterien, besonders hilfreich bei Erkältungen der oberen Luftwege: als Tropfen oder Saft auch für Kinder, als Mischpulver mit Muskatnuss und Bertram aufs Butterbrot, oder schluckweise im verdünnten heißen Wein aufgelöst.

  • Rosmarin und Thymian regen den Kreislauf an, wirken krampflösend auf Magen-Darm-Trakt, schleimlösend bei Erkältungen, erzeugen ein angenehmes Wärmegefühl, als Tee mit Manuka-Honig sehr bekömmlich.

  • Chili, Zimt und Kardamom entfachen das innere Feuer in Suppen, Nachspeisen und Kaffee.

 

Was ist bei äußerlicher Anwendung von Wärme zu beachten?

Trockene Wärme kann zugeführt werden mit der guten alten Wärmeflasche oder einem Kirschkernkissen, besonders effektiv bei beginnender Erkältung, z.B. abends im Bett. Wirkungsvoll bei  Menstruationskrämpfen, Rückenbeschwerden, Muskelkater.

Oder mit einem physikalischen Wärmepflaster, das Eisenpulver und Aktivkohle enthält und beim Öffnen der Verpackung durch den Sauerstoff Wärme erzeugt. Es wird am Körper angeklebt, entfaltet 8 – 12 Stunden wohlige Wärme. Nur tagsüber anwenden, im Bett führt es zu Hitzestau.

Oder mit einem Capsaicin-Pflaster, das den Chili-Extrakt enthält und die Haut reizt, was wiederum ein Brennen auslöst, jedoch zu einer langanhaltenden Schmerzlinderung führt.

Feuchte Wärme durch Kartoffelwickel dringt besonders tief ins Gewebe ein und ist stark durchblutungsfördernd und kann auch tiefsitzende Verschleimungen lösen.  

 

Fußbad für kalte Füße: eine Mischung aus ätherischen Ölen auf Meersalz, oder mit Obers/ Honig vermischt, im warmen Wasser gelöst, 25 – 30 Minuten genießen; danach Füße gut eincremen und 10 Minuten hochlagern. 

  • 7 Tropfen ätherisches Ingweröl zur Durchblutung

  • 5 Tropfen Geranienöl zur Pflege der Haut

  • 1 Tropfen Sandelholzöl zur Entspannung und zum Genießen

 

Vorsicht ist bei Wärmeanwendungen trotzdem geboten:

  • bei Herz-Kreislauf-Beschwerden: intensive Wärme kann Herz und Blutdruck belasten.

  • In der Schwangerschaft: Wärme am Unterbauch und manche ätherischen Öle können Wehen auslösen.

  • Diabetiker z.B. spüren Hitze oft vermindert, Verbrennungsrisiko erhöht.

 

Aber Achtung: Bei Fieber, akuten Entzündungen oder frischen Verletzungen ist Wärme kontraindiziert!

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Am 28.01.2026 sprach Mag. Gertrude Kölbl aus Deutsch-Wagram über "Kälte- und Sonnenschutz im Winter"

Der Winter stellt für unsere Haut eine besondere Herausforderung dar. Kälte, Wind und überheizte Innenräume lassen sie austrocknen. Die Haut wird rau und neigt dazu aufzuspringen.

Warum reagiert die Haut im Winter besonders empfindlich?

Unsere Haut wird durch die sogenannte Hautschutzbarriere geschützt und im Gleichgewicht gehalten. Sie ist ein natürlicher Schutzschild, bestehend aus Talg,  Hornzellen und Fettsäuren. Die Hautschutzbarriere stellt sicher, dass Feuchtigkeit in der Haut gehalten wird, und sie wehrt gleichzeitig Fremdstoffe von außen sowie UV – Strahlung effektiv ab. Bei niedrigen Temperaturen funktioniert die Talgproduktion nur noch bedingt – die Hautschutzbarriere wird rissig. Dazu ziehen sich die Gefäße in der Haut zusammen um Wärme zu speichern. Als Folge ist unsere Haut schlechter durchblutet und kann nur langsam regenerieren. Die trockene Heizungsluft in geschlossenen Räumen entzieht der Haut ebenfalls Feuchtigkeit – eine Luftfeuchtigkeit von 40-60% wäre da optimal. Ohne vorbeugende Pflege kann es zu rissigen Händen, spröden Lippen und trockenen Gesichtspartien kommen. Körperteile die weniger durchblutet sind wie Nase, Ohren, Wangen, Kinn und Fingerspitzen sind dann anfälliger für Ekzeme, Juckreiz und Entzündungen.

Welche Hautpflege ist im Winter optimal?

Um die Haut vor Feuchtigkeitsverlust zu schützen, muss auf eine reichhaltige Hautpflege geachtet werden. Deshalb sind im Winter Cremen empfehlenswert, die weniger Wasser und mehr Fettkomponenten beinhalten, da diese bei Kälte und Frost besonders hautschonend sind. Empfehlenswert ist der Zusatz von pflanzlichen Ölen wie Argan- oder Nachtkerzenöl. Auch Sheabutter eignet sich hervorragend. Bei eisigen Temperaturen greift man zu einer Kälteschutzsalbe mit Mandelöl oder Bienenwachs. Die Öle und Wachse bilden einen Schutzfilm und schützen so vor Austrocknung. Auf reine Vaseline sollte aber verzichtet werden. Vaseline ist ein Mineralölprodukt und verschließt die Poren.

Welche Inhaltsstoffe sind tatsächlich sinnvoll um die Hautbarriere zu stärken?

Sinnvoll sind Inhaltsstoffe, die die Hautbarriere reparieren und Wasser binden wie zum Beispiel Ceramide, Panthenol, Squalan, Glycerin oder Hyaluronsäure. Sie imitieren die hauteigenen Lipide und stärken die Kittsubstanz zwischen den Hornzellen. Silikone oder reine Öle ohne Barrierestärkung werden überschätzt. Sie legen sich zwar schützend auf die Haut, verbessern aber nicht ihre eigene Regenerationsfähigkeit.

 

Was ist beim Aufenthalt im Freien zu beachten?

Wer sich in der kalten Jahreszeit im Freien aufhält, sollte ca. 15 – 30 Minuten vor dem Hinausgehen eine Kälteschutzcreme verwenden. Eine Kälteschutzcreme ist eine sehr reichhaltige,  meist wasserfreie Fettcreme mit hohem Öl- oder Wachsanteil. Sie legt sich wie ein Schutzfilm auf die Haut um sie vor Kälte, Wind und Feuchtigkeitsverlust zu schützen. Man trägt eine dünne Schicht auf exponierte Körperstellen auf: Nase, Wangen und Ohren sind besonders „gefährdet“. Für die Lippen gibt es eigene Pflegeprodukte die einen schützenden Fettfilm gewährleisten.

Wenn man in den Bergen unterwegs ist, sollte unbedingt eine Creme mit einem ausreichenden Sonnenschutz verwendet werden. Auch an kalten und bewölkten Tagen dringen 90% des UV-Lichtes durch die Wolkendecke. Weniger Sonne bedeutet nicht weniger Strahlen oder weniger Sonnencreme! Insbesondere im Winter an sonnigen Tagen reflektiert Schnee sehr intensiv die Sonnenstrahlen (pro 1000 Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um 20%) da die Intensität der UV-Strahlung mit der Höhe zunimmt. Auch hinter Fensterscheiben im Auto und Büro  oder während man in der Gondel den Berg rauffährt, sind wir nicht vor den Auswirkungen der Sonne geschützt. Wichtig ist alle unbedeckten Körperteile mit einem kombinierten Kälte-Lichtschutzpräparat einzucremen – so kann man Sonnenbrand und sonnenbedingten Hautschäden vorbeugen. Es gibt praktische Kombinationen aus Gesichtscreme und Stift, mit denen man optimal sowohl das Gesicht als auch die Lippen schützen kann.

Für Wintersportler ist aber auch eine Schibrille mit integriertem UV-Schutz ideal. Auf die Sonnenbrille für die Sonnenterasse sollte man auch nicht vergessen, denn die Sonne kann auch die Augen angreifen.

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Am 21.01.2026 sprach Mag. Michaela Kittinger-Zöchling von der Hippolyt-Apotheke in St.Pölten über "Leberentgiftung"

Unser wichtigstes Stoffwechselorgan ist die Leber.

Dieses Organ ist eine wahre Entgiftungsfabrik, denn viele gefährliche und auch schädliche Stoffe, die unser Körper nicht braucht, werden über die Leber abgebaut und ausgeschieden. Nicht nur Arzneimittel, sondern auch künstliche Zusatzstoffe in unserer Ernährung können über den Körper über die Leber verlassen.

Zudem ist die Leber auch ein zentrales Organ im Stoffwechsel. Der Zuckerstoffwechsel und der Fettstoffwechsel werden über die Leber gesteuert. Und darüber hinaus produziert sie Gallensäuren für die Verdauung. Kein Wunder – unsere Leber kann leicht überlastet werden!

 

Es kursieren daher viele Mythen um die Leberentgiftung und natürlich sind viele Möglichkeiten auch geeignet, um die Leber zu entlasten. Allen voran auf eine gesunde Ernährung achten. Nicht zu viel Süßes, nicht zu viel Fettes, wenig bis kein Alkohol und generell nicht über den eigentlichen Hunger essen. Eine Darmkur kann die Leber entlasten. Aber auch viele Pflanzenstoffe können die Leber entgiften und der Leber bei der Entgiftung helfen – allen voran die Mariendistel.

 

Die Mariendistel – eine altbewährte und starke Heilpflanze

Mariendistel ist eine der stärksten Heilpflanzen. Ihr Hauptinhaltsstoff Silymarin (ein Komplex aus mehreren verschiedenen Stoffen) wird sogar eingesetzt, wenn eine Vergiftung mit dem tödlichen Knollenblätterpilz vorliegt. Sie gehört zur gleichen Pflanzenfamilie wie der Löwenzahn und die Sonnenblume. Wie beim Löwenzahn fliegen die Samen der Distel bei Wind mit einem Flugschirmchen davon.

 

Leberentgiftung durch Mariendistel

Die Eigenschaften von Silymarin sind vor allem antioxidativ, also zellschützend. Sie regt aber vor allem die Entgiftungsleistung der Leber in mehreren Ebenen an (die Glutathionspiegel werden durch die Einnahme erhöht und die verschiedenen Abbauphasen in der Leber verbessert). Generell wird damit der Abbau von schädlichen Stoffen angekurbelt.

 Gleichzeitig fördert die Mariendistel aber auch die Regeneration der Leber. Sie kann Lebergifte neutralisieren und wirkt schützend für die Leberzellen. Man kann sich vorstellen, dass sich die Inhaltsstoffe abschirmend auf die Leberzellen setzen und diese schützen. Sowohl schädliche Stoffe, die in die Leber eindringen wollen, werden davon abgehalten, als auch schädliche Veränderungen der Leber können verhindert werden. Ein bekanntes Stichwort ist die Fettleber, eine chronische Lebererkrankung. Hier kann die Mariendistel sehr gut eingesetzt werden, denn sie hilft geschwächten und geschädigten Leberzellen, sich wieder zu erholen.

 

Die Wirkung auf die Galle

Auch eine Wirkung auf die Gallenproduktion wird der Mariendistel zugeschrieben. Vor allem die Bildung der Gallensäuren wird angeregt, wobei die Mariendistel da gerne mit anderen Bittestoffen und verdauungsfördernden Pflanzen, wie Kurkuma, Artischocke und Löwenzahn kombiniert wird. Durch die Verbesserung der Gallensäureproduktion kann die Verdauung, vor allem die Fettverdauung verbessert werden und damit Blähungen und Völlegefühl verringert werden.

Außerdem kann die Mariendistel die Gallenblasenentleerung fördern und damit die Bildung von Gallensteinen verhindern. Vorsicht ist allerdings geboten wenn Gallensteine bereits vorhanden sind.

 

Wichtig zu wissen
Die wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanze sind nicht wasserlöslich, daher ist das Trinken von einem Mariendisteltee nicht zielführend für die Leber. Besser geeignet sind Fertigpräparate aus der Apotheke.

Da die Inhaltsstoffe schnell wieder den Körper verlassen ist eine mehrmals tägliche und regelmäßige Einnahme notwendig. Am besten drei mal täglich.

 

Eine Kur mit Mariendistel sollte über einen längeren Zeitraum erfolgen. Zumindest 3 bis 4 Monate helfen der Leber zur Regeneration. Dabei sollte auch auf den Lebensstil geachtet werden: gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und keine Lebergifte wie Alkohol. Die Mariendistel kann aber auch dauerhaft eingenommen werden. Vor allem bei ständiger Leberbelastung kann dies sinnvoll sein.

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Am 14.01.2026 sprach Mag. Dieter Kröner aus Pernitz über "Allrounder Lavendel"

Angsterkrankungen zählen zu den weit verbreiteten psychischen Störungen – vor allem Frauen sind häufig betroffen. Die Ursachen für belastende Angstzustände sind ebenso vielfältig wie deren Symptome. Sie zeigen sich oft in Form von schwer zu kontrollierenden Sorgen, ständiger Unruhe, Verspannungen und daraus resultierenden Schlafproblemen.

Übermäßige Angst sowie die genannten Symptome sollten Sie auf alle Fälle ernst nehmen und mit Ihrem Hausarzt besprechen – vor allem, wenn diese schon länger anhalten. Das können bereits Anzeichen für eine milde Form der Angststörung sein.

 

Pflanzliche Arzneimittel wirken auf natürliche Weise. Der enthaltene Wirkstoff aus Arznei-Lavendelöl wirkt nachweislich angstlösend. Die frühzeitige Behandlung von Angstsymptomen kann ein wichtiger Faktor sein, um das Voranschreiten der Angststörung zu verhindern.

Getrocknete Lavendelblüten enthalten ätherisches Öl, auch Gerbstoffe sowie Rosmarinsäure. Ebenfalls verwendet wird das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Lavendelöl. Die Hauptbestandteile sind Linalool und Linalylacetat, daneben kommen weitere Terpene bzw. Terpenabkömmlinge vor wie etwa  β-Caryophyllen sowie Limonen.

Die Blüten werden als wässriger Auszug innerlich angewendet (Arzneitee) oder als Infus dem Badewasser (Balneotherapie) zugegeben.

 

Auszüge aus Lavendelblüten haben leicht beruhigende, blähungstreibende und gallentreibende Eigenschaften. Man nutzt dies zur Milderung von Beschwerden wie innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen, Migräne sowie nervösen Magen-Darm- und Gallenbeschwerden.

 

Pflanzliche Mittel zur Behandlung von kurzfristiger, ängstlicher Verstimmung, die Lavendel enthalten:

  • wirken nachweislich angstlösend

  • machen während des Tages nicht müde

  • haben keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

  • werden sehr gut vertragen und machen vor allem nicht abhängig

 

Zur Behandlung von temporärer ängstlicher Verstimmung mit Symptomen wie schwer zu kontrollierenden Sorgen, Unruhe, Verspannungen und daraus resultierenden Schlafstörungen können sehr gut mit Lavendelpräparaten positiv beeinflusst werden!

Volkstümlich wird Lavendel auch als Insektenschutzmittel für die Haut bzw. in Kleiderkästen als Mottenschutz verwendet.

 

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Am 07.01.2026 sprach Mag.a Dr.in Angelika Borger aus Wiener Neustadt über "Teufelskralle und Beinwell für die Gelenke"

Man hört immer wieder, dass die Teufelskralle bei Gelenksproblematik gerne eingesetzt wird.
Worum handelt es sich dabei?

Die Teufelskralle ist eine aus Südafrika stammende Pflanze. Diese Pflanze schützt sich vor der Trockenheit, indem oberirdische Pflanzenteile absterben, in den stark verzweigten Wurzeln speichert die Pflanze Feuchtigkeit und Nährstoffe. Der mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff in der Wurzel dieser Pflanze ist ein Bitterstoff – Harpagosid.

 

Welche Wirkung hat dieser Inhaltsstoff?

Dieser Wirkstoff wirkt vor allem schmerzstillend und entzündungshemmend. Deshalb eignet er sich bei Erkrankungen oder Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates. Aufgrund ihrer knorpelschützenden Wirkung wird die Teufelskralle bei Arthrose eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Gelenkerkrankung, im Zuge derer sich die schützende Knorpelschicht, die die Gelenke umhüllt, dünner wird. Es fördert weiters die Beweglichkeit der Gelenke und wird auch bei Rückenschmerzen eingesetzt. In Studien konnte weiters eine abschwellende Wirkung bei Gelenksentzündungen beobachtet werden. Ganz interessant ist, dass die Pflanze ein ähnliches Wirkungsspektrum wie synthetische Entzündungshemmer aufweist.

Wie lange sollte die Teufelskralle angewendet werden und welche Zubereitungsformen sind am Markt?

Prinzipiell ist die Dauer der Behandlung nicht limitiert, ich empfehle auf alle Fälle eine Anwendung über einen Zeitraum von zumindest drei Monaten. Es gibt einen Teufelskrallentee, der jedoch sehr bitter schmeckt. Daher greifen die Kunden lieber zu Produkten in Tabletten oder Kapselform. Doch Achtung – bei dem Wirkstoff handelt es sich ja, wie bereits erwähnt um einen Bitterstoff. Dieser kann die Magensäurefreisetzung stimulieren, somit sollte Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren dringend von der Einnahme abgeraten werden. Auch Personen mit Gallensteinen rate ich von der Einnahme ab, weil der Wirkstoff den Gallenfluss anregt. Unterstützend gibt es weiters Teufelskrallenprodukte zum Auftragen auf die Haut.

 

Bei Gelenksentzündungen oder Arthrose werden weiters gerne Beinwellprodukte empfohlen. Worum handelt es sich hierbei?

Beinwell ist eine Pflanze, die in Europa, West- und Zentralasien beheimatet ist und sich an feuchten Standorten besonders wohl fühlt. Die bedeutenden Inhaltsstoffe finden sich ebenfalls in der Wurzel. Beinwell enthält Allantoin, dass vor allem eine regenerierende Wirkung auf das Gewebe ausübt. Schleimstoffe sind ebenfalls enthalten, sie wirken kühlend, beruhigend, entzündungshemmend und abschwellend. Und weiters findet sich in der Pflanze Cholin, das durchblutungsfördernd, regenerierend und ebenfalls abschwellend wirkt. Ganz interessant ist die Bedeutung der lateinischen Bezeichnung der Pflanze. Symphytum bedeutet soviel wie „zusammenwachsen“ oder „heilen“, schon in der Antike wurden die Blätter aufgelegt oder Pasten gerührt, um Knochen zu heilen oder Verstauchungen zu behandeln.

Gibt es bei Beinwell Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung?

Beinwellprodukte dürfen nicht eingenommen werden, weil sie giftige Pyrrolizidinalkaloide in der Wurzel enthalten können. Eine pyrrolizidinalkaloidfreie Variante stellt der in Kultur angebaute sogenannte Kulturbeinwell dar. Er enthält hochwertige Inhaltsstoffe und kann zur Extraktgewinnung herangezogen werden. Weiters sollte Beinwell nicht auf offene Wunden aufgetragen werden. Selten kann es bei äußerlicher Anwendung zu allergischen Reaktionen oder Rötungen der Haut kommen.

Wie werden Beinwellprodukte angewendet?

Bei Muskel- und Gelenkschmerzen können Beinwellwickel aufgelegt werden oder die betroffenen Hautstellen mit Cremes eingecremt werden. Gelenkserkrankungen wie Arthrose, Sport- oder Muskelverletzungen und auch Sehnenscheidenentzündungen sprechen sehr gut auf Beinwellprodukte an. Bei Schmerzen in den Sehnen oder Bändern erweisen sich Fußbäder mit Beinwell oft als sehr hilfreich.

Womit könnten Teufelskrallen- und Beinwellzubereitungen kombiniert werden?

Bei Gelenksschmerzen, Entzündungen und ähnlichem könnte man an eine Kombination mit Arnika zur äußerlichen Anwendung denken. Auch Weihrauch, Kurkuma oder die Weidenrinde erweisen sich als sehr hilfreich.

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