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Radio NÖ Apotheken-Tipps

„Radio Niederösterreich am Vormittag“ bringt jeden Mittwoch Rat und Tipps aus der Apotheke! Die Radio-ApothekerInnen werden von Mag. Ulrike Zöchling, Hippolyt-Apotheke St.Pölten, koordiniert. 

 

Aktueller Beitrag

Am 10. April 2024 sprach Mag. pharm. Andreas Gentzsch aus St. Pölten über "Entzündungen pflanzlich heilen"

Pflanzliche Zubereitungen und deren Wirkstoffe sind die Grundlage unserer modernen Medizin. Vor allem zur Behandlung von Entzündungen und Verletzungen haben sie ihren fixen Stellenwert in der Therapie. Was volksmedizinisch schon Generationen vor uns erfolgreich angewendet haben, wird vielfach auch heute, mit wissenschaftlich fundierten Kenntnissen als Basis, erfolgreich angewendet.

Eine Vielfalt an Pflanzen kommt zur Heilung von Entzündungen zur Anwendung und kann wie folgt grob eingeteilt werden: z.B.:

 

  • Wunden und Entzündungen der Haut: Arnika, Ringelblume, Eichenrinde

  • Schleimhäute im Mundbereich: Gewürznelke, Salbei, Thymian

  • Augen: Augentrost, Kamille

  • Entzündungen des Bewegungsapparates: Teufelskralle, Weihrauch, Beinwell

 

Teufelskralle

Die Teufelskralle zählt zu den Sesamgewächsen und wächst auf den kargen sandigen Böden der afrikanischen Savanne. Um an Wasser und Nährstoffe zu kommen hat sie tiefgehende, starke Wurzeln. In der südafrikanischen Volksmedizin werden diese traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Furunkeln, Hautverletzungen, als Abführmittel, zur Behandlung von Geschwüren oder zur Linderung von Schmerzen verwendet.

In der westlichen Medizin wird ein Extrakt daraus gewonnen, welcher nicht nur schmerzstillend, sondern auch stark entzündungshemmend und abschwellend wirkt. Deshalb eignet er sich besonders zur Behandlung rheumatischer Beschwerden wie Arthrose, sowie anderer degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparats und bei Nervenschmerzen. Nebenwirkungen sind bei Einhalten der empfohlenen Dosierung nicht zu erwarten.

 

Weihrauch

Einst brachten die Heiligen Drei Könige dem neugeborenen Jesuskind kostbare Geschenke mit: Neben Gold und Myrrhe hatten sie auch Weihrauch im Gepäck. Dieses aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz wirkt stark entzündungshemmend, schmerzlindernd, abschwellend und antibiotisch. Auch eine das Immunsystem unterdrückende (immunsuppressive) Weihrauch-Wirkung wurde beschrieben. Die Anwendungsmöglichkeiten sind daher vielfältig: Asthma, Rheuma und schmerzhafte Gelenkentzündungen, symptomatische Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen, wie auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Die kosmetische Industrie nutzt die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung des Gummiharzes und bietet Weihrauch-Creme sowie Weihrauch-Balsam etwa für trockene, gereizte Haut an.

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Am 03. April 2024 sprach Mag. pharm. Ulrike Zöchling aus der Hippolyt-Apotheke in St.Pölten über "Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herstellen"

Was sind eigentlich Säuren und Basen?

Bei „Säuren“ und „Basen“ denken wir in 1. Linie an Chemie: sie bezeichnen gewisse Eigenschaften und Verhalten von Stoffen.  Beispiel: Essig und Zitronen sind im Geschmack sauer, nach Verstoffwechselung bleiben aber mehr Basen als Säuren über; Schokolade schmeckt süß, nach der Verdauung sind mehr Säuren als Basen da. Seifen und Natron (Speisesoda) sind basisch.

Beides ist im Körper für den Stoffwechsel notwendig, damit Reaktionen ablaufen können und der Körper mit den für ihn wichtigen Nährstoffen versorgt wird.
 

Wie kommen Säure und Basen in den Körper?

Durch einseitige Ernährung, viele Fertigprodukte (Konservierungsstoffe), Stress, Medikamente und Flüssigkeitsmangel bleiben mehr Säuren im Körper als Basen und werden z.T. abgelagert als „Schlacken“ bzw. durch sog. Puffersysteme abgefangen. Anmerkung: Blut ist immer leicht basisch mit pH= 7,4.

Für ein gesundes Gleichgewicht müssen nun Säuren abtransportiert und Basen zur Verfügung gestellt werden: das gelingt durch die Mithilfe der Lunge und dem Abatmen der Kohlensäure (das wird durch Bewegung gefördert), der Niere durch Ausscheidung mit dem Harn und der Haut mit der Ausscheidung durch Schweiß.
 

Was kann ich im Alltag dafür tun, ohne allzu großen Aufwand?

 

Praktische Tipps zur Wahl - was leicht geht, kann gleich gemacht werden:

 

  • Suppen z.B. Hildegard v. Bingen-Suppe mit Galgant für den Kreislauf

  • frisches Obst und frisches Gemüse nach Saison, denn Ballaststoffe kommen nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor und sind auch gekocht oder gegart wertvoll

  • Vollkornbrot

  • Naturreis (hat Kalium)

  • Kräutertees wie Käsepappel, Brombeerblätter, Krauseminze, Löwenzahn, Lindenblüten, Holunderblüten; säurearme Früchtetees wie Hagebutte, Apfel, Birne, Heidelbeere

  • Kartoffel (mit Schale gekocht)

  • Hafer (eiweißreich, enthält ungesättigte Fettsäuren, Magnesium, Kalium, Eisen, Calcium)

  • Hirse fürs Bindegewebe

  • Roggen (Roggengetreide hat Stärke und Widerstandkraft, für Muskeln und hart Arbeitende, „erzieht“ die Verdauungsorgane, aber bitte gut kauen)

  • Weizen: ohne Randschicht ist er nur ein Vitamin- und Mineralstoffräuber

  • Gerste: für Allergiker….auch als Gerstensaft hilfreich, z.B. bei vielem Schwitzen

  • Eiweiß: tierisches und pflanzliches; in Eiern, Milch, Fleisch, in Getreide, Hülsenfrüchten und Kartoffeln

  • Kakao ab 60% schützt das Bindegewebe, wirkt bakterizid und antioxidativ (früher gab es Kakao in Apotheken zu kaufen)

  • Dinner-Canceling: auch tageweise bereits hilfreich und wirkungsvoll

  • Basenmischung: natürliche basische Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Calcium und auch Natrium sind enthalten, ev. auch Zink; sie werden als Citrate eingeschleust, sind in dieser Form schnell verfügbar; oder als Carbonat nehmen sie die Säuren leichter auf, können neutralisieren und den Abtransport saurer Zellbestandteile fördern. Die Enzymaktivität wird erhöht, sie werden aber auch als Nährstoffe leichter zu den Zellen befördert. Gibt es als Pulver zum Auflösen und Trinken oder als Kapseln zum Schlucken, nach der Mahlzeit und/oder abends vor dem Schlafengehen, wirkt über Nacht.

  • Moorprodukte enthalten Magnesium, Kalium, Calcium, Zink, stärken auch den Darm

  • Viel Flüssigkeit: gemeint ist damit Wasser, abgekocht, in verdünnten Natursäften. Wasser ist Transport- und Lösungsmittel, sind zu viele Schlacken, kann es seine Aufgabe nicht erfüllen. Daher ist reines Wasser so wichtig.

Was hat das Bindegewebe mit Säuren und Basen zu tun?

Das Bindegewebe: ein Organ wie Herz, Leber oder Lunge. Allerdings durchzieht es den ganzen Körper und ist für Kommunikation und Transport zuständig.

Das Bindegewebe besteht aus Eiweiß, dieses aus Aminosäuren, diese kann man sich wie Perlen auf einer Kette vorstellen; bei zu wenig Wasser werden die Säuren abgelagert, es kommt zur Staubildung und weder Wasser noch Nährstoffe können weitergeleitet werden; auch Enzyme können dann nicht mehr arbeiten. Und es kommt zur Übersäuerung des gesamten Bindegewebes, was dann zu Beschwerden und Schmerzen führen kann.

Enzyme, früher Fermente genannt sind für so manchen Ablauf verantwortlich, sie ermöglichen, steuern oder beschleunigen biologische Vorgänge im Körper.
Sie benötigen ein bestimmtes Umfeld mit genug Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

 

Messung

Sie können Ihr Säure-Basen-Profil selbst messen: mit Teststreifen aus der Apotheke, die Sie direkt in den Harnstrahl halten.

Wir beraten Sie gerne in der Apotheke!

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Am 27. März 2024 sprach Mag. pharm. Gertrude Kölbl aus Deutsch-Wagram über "Das Gelbe vom Ei": Lecithin für die Gesundheit      

 

Lecithin ist ein hochwertiger und lebensnotwendiger Naturstoff, der in den Zellen unseres Körpers vorkommt. Im Jahr 1846 wurde Lecithin erstmals aus dem Eigelb isoliert. Erst später stellte man fest, dass die Substanz auch in Pflanzen und allen tierischen Organismen zu finden ist. Heute wird Lecithin fast ausschließlich aus dem fetten Öl der Sojabohne gewonnen.

Lecithin ist eine besondere Substanz, die sowohl Wasser als auch Fett bindet. In der Chemie versteht man unter „Lecithin“ zumeist das Phospholipid „Phoshatidylcholin“.  Es handelt sich um ein komplexes Teilchen, das aus unterschiedlichen Bausteinen besteht. Wenn man Lecithin einnimmt, dann nimmt der Darm über 50% des gesamten Lecithin-Moleküls auf. Der andere Teil des Lecithins wird bei der Verdauung in seine einzelnen Bestandteile aufgespalten und weiterverarbeitet.

In pharmazeutischen Produkten kann Lecithin einerseits als Hilfsstoff eingesetzt werden, andererseits als Wirksubstanz. Als Hilfsstoff hat es emulgierende, stabilisierende und texturverbessernde Eigenschaften, es dient vor allem als Emulgator. Als Wirksubstanz wird es vor allem zur Unterstützung von Gedächtnis und Konzentration sowie für die Lebergesundheit und den Cholesterinstoffwechsel eingesetzt. Es wird aber auch bei Müdigkeit und Schwäche und neurodegenerativen Zuständen, das heißt wenn Nervenzellen zugrunde gehen, verwendet.

Im Körper wird aus Phosphatidylcholin das Cholin abgespalten. Aus dem Cholin kann Acetylcholin aufgebaut werden, ein wichtiger Botenstoff für die Datenübertragung in unserem Gehirn.

Cholin und Phophatidiylcholin sind weiters essentiell für die Lebergesundheit und den Fettstoffwechsel.  In seiner Eigenschaft als Emulgator unterstützt ja Lecithin das Vermischen von Fetten und Wasser und somit die Fettverdauung im Körper. Lecithin ist maßgeblich am Fettabtransport aus der Leber beteiligt und beugt somit einer Fettleber vor.

Lecithin findet sich in vielen Lebensmitteln, insbesondere in Eiern, in der Leber und anderen Innereien, Fleisch, Nüssen, Sojabohnen, Mais, Sonnenblumenkernen, Rapssaat, Milch und verschiedenen Gemüsesorten.

Mögliche Ursachen für eine Störung im Cholin-Haushalt:

  • Mangel an B-Vitaminen

  •  chronische Erkrankungen (entzündliche Darmerkrankungen, Arthritis)

  • Schwangerschaft und Stillzeit

  • Verdauungsstörungen – Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Störungen der Fettverdauung

  • hoher Alkoholkonsum

 

Folgen einer Störung im Cholin-Haushalt:

  • Fettleber

  • Leberschäden

  • Anstieg der Lebertransaminasen

  • gestörtes Wachstum

  • Lern- und Gedächtnisstörungen

  • Unfruchtbarkeit

 

Einnahmeempfehlung:

Die übliche Lecithin -Dosierung in Nahrungsergänzungsmitteln

beträgt 2-10g Lecithin pro Tag. Die Tagesdosis sollte über den Tag verteilt  zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Als Zusatzstoff mit der Nummer E322 ist Lecithin aus unterschiedlichen Quellen (Soja, Ei) einer der meistverzehrten  Lebensmittelzusatzstoffe.

Es dient z.B. als Emulgator in fetthaltigen Produkten (Margarine, Salatdressings, Mayonnaise, Kakao, Eiscremes, Schokolade).

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Am 20. März 2024 sprach Mag.a Michaela Kittinger-Zöchling von der Hippolyt-Apotheke in St.Pölten über Ätherische Öle bei Cellulite

"Orangenhaut" ist keine krankhafte, aber eine störende Erscheinung eines an Elastizität verlierenden Bindegewebes. Fast ausschließlich sind Frauen betroffen, denn unser Bindegewebe ist dünner als das von Männern. Was für die Elastizität bei Schwangerschaften ausgelegt ist, kann zum ästhetischen Problem werden. Das Bindegewebe bei Frauen ist fähig, sich für das im Bauch sitzende Kind zu dehnen und kann sich danach wieder in die ursprüngliche Form zusammenziehen. Das weibliche Bindegewebe ist deshalb lockerer aufgebaut und gerade in den Zwischenräumen können Anlagerungen zu den lästigen Dellen führen.

Durch eine Vergrößerung der Fettzellen werden die Bindegewebsfasern unregelmäßig auseinander gedrückt. Dabei ist Übergewicht ist zwar ein Risikofaktor, aber durch genetische Vorbelastung können auch schlanke Frauen zu den lästigen Pölsterchen neigen. Verstärkt wird die Cellulite durch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol und Nikotin. Daher gilt es, Sport und gesunde Ernährung zu fördern, aber auch die Mikrozirkulation anregen – eben durch spezielle ätherische Öle.

 

Äußerliche Schönheitsmittel für die lästige Orangenhaut werden gerne aus der Natur genommen. Massagen mit ätherischen Ölen fördern die Entschlackung des Gewebes und helfen somit ein schöneres Hautbild zu bekommen. Die ätherischen Öle können über die Haut eindringen und eine bindegewebsstärkende Wirkung erzielen. Wärme und leichter Druck beschleunigen die Aufnahme der ätherischen Öle.

 

Zur Vorbereitung soll die Haut warm geduscht werden. Ein Peeling mit Meersalz macht die Haut zur besseren Aufnahme bereit. Danach die ätherische Ölmischung auf die noch feuchte Haut auftragen und mit kreisenden Bewegungen von unten nach oben einmassieren, um auch die Lymphe zu aktivieren.

Dabei wirkt Grapefruitöl entschlackend und regt den Lymphfluss an. Rosmarin ist durchblutungsfördernd und damit auch entschlackend. Wacholder entgiftet und festig das Gewebe. Zypresse stärkt das Bindegewebe. Lemongras belebt und erfrischt.

 

Eine Ölmischung sollte immer nur einige Tropfen ätherisches Öl enthalten, da diese sehr konzentriert sind und in höheren Dosierungen die Haut reizen können. Folgende Mischung empfiehlt sich:

Grapefruit-, Rosmarin-, Wacholder-, Zypresse- und Lemongras
je 3 Tropfen in 50ml Traubenkernöl

 

Um das Bindegewebe zu straffen eignet sich auch ein warmes Bad mit ätherischen Ölen:

  • Orange 2 Tropfen

  • Grapefruit 2 Tropfen

  • Zypresse 2 Tropfen

  • Wacholder 6 Tropfen

  • gemischt mit einem ½ Becher Sahne ins Badewasser

 

Für ein Massageöl zur Straffung der Haut eignet sich:

  • Geranium 3 Tropfen

  • Zypresse 6 Tropfen

  • Wacholder 4 Tropfen

  • Zeder 4 Tropfen

  • gemischt in 50ml Jojobaöl oder Mandelöl 

Mit dieser Mischung wird die Haut (am Besten mit einer Massagebürste) mehrere Minuten massiert. Eine konsequent tägliche Anwendung ist essentiell für den Wirkerfolg!

 

Zu innerlichen Stärkung des Bindegewebes eignet sich auch ein Kollagenpulver mit Vitamin C und Zink.

 

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Am 13. März 2024 sprach Mag.a Dr.in Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über Fasten

Fasten liegt voll im Trend und neben dem klassischen Heil- oder Saftfasten nimmt auch das sogenannte Intervallfasten an Beliebtheit zu.

Dabei kann Fasten einen positiven Effekt auf verschiedene Erkrankungen, da zahlreiche Stoffwechselvorgänge dabei beeinflusst werden. Ziel dabei ist eine langfristige Reduktion des Körpergewichts. Bei Intervallfasten wird entweder tage- oder stundenweise auf eine Nahrungszufuhr verzichtet. Studien zeigen dabei, dass eine Beschränkung auf Mahlzeiten zwischen 7 und 15 Uhr erfolgreich zum Abnehmen führen und damit eine wirksame Behandlungsstrategie gegen Fettleibigkeit und Bluthochdruck sein kann.

Einige Menschen sollten jedoch nicht fasten: Dazu gehören neben schwangeren und stillenden Frauen Personen mit Essstörungen, Schilddrüsenüberfunktion oder Demenz. Ebenso müssen Personen mit einer beeinträchtigten Leber- oder Nierenfunktion auf das Fasten verzichten, Diabetiker, Personen mit Magengeschwüren oder Krebserkrankungen nur nach Rücksprache mit dem Arzt sich einer Fastenkur unterziehen.

Abnehmen im Alter – warum ist das schwierig?

Grundsätzlich ist Abnehmen möglich: Es muss dem Körper nur weniger Energie zugeführt werden als er verbraucht. Doch diese einfache Formel hilft vielen Menschen nicht: Zwar gelingt es den meisten, über einen gewissen Zeitraum Gewicht zu verlieren, doch nur wenige schaffen es, ihre Lebensbedingungen so zu ändern, dass sie das geringere Gewicht auch halten können. Gerade älteren Menschen fällt es oft schwer, da Sport oft nur eingeschränkt möglich ist. Dazu kommt, dass mit zunehmendem Lebensalter der Flüssigkeitshaushalt sinkt und die Fettmasse des Körpers zunimmt. Speziell bei Frauen kann sich in den Wechseljahren die Verteilung des Körperfettes ändern.

Viele greifen dann zu NEM oder AM als Hilfe zur Gewichtsreduktion, welche vor allem am Anfang einer reduzierten Nahrungsaufnahme gute Unterstützung leisten können.

Alle haben jedoch eines gemeinsam: Ohne regelmäßige Bewegung, das bedeutet mindestens 2,5 Stunden pro Woche körperliche Aktivität und eine schrittweise Umstellung auf eine gesunde Ernährung werden sich kaum langfristige Erfolge einstellen bzw. wird das erreichte Gewicht schwer zu halten sein.

 

Abnehmhilfen

Grundsätzlich gilt: Wenn Grunderkrankungen vorliegen, sollte eine Gewichtsreduktion immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, da auf Grund von Gewichtsveränderungen eventuell auch die Dosis von eingenommenen Arzneimitteln reduziert werden muss. Zusätzlich baut der Körper im Alter beim Abnehmen nicht nur Fettdepots, sondern auch verstärkt Muskel- und Knochenmasse ab. Daher ist die Verwendung von hochwertigen Eiweißpräparaten zur Gewichtsreduktion sehr zu empfehlen – sie kurbeln die Fettverbrennung an, machen länger satt  und erhalten die Muskelmasse. Günstig ist dabei eine langsame Gewichtsabnahme von 0,5 – 1kg /Monat. Ausgewogene Vitamin- und Mineralstoffe beugen auch bei einer langfristigen Anwendung von Eiweißpräparaten einem Mangel an diesen Vitalstoffen vor.

 

Neue Diabetesmedikamente zum Abnehmen

Wenn durch eine Änderung des Lebensstils keine oder nur eine zu geringe Gewichtsabnahme erreicht wird, so können nach den neuen Leitlinien zur Vorbeugung und Therapie von Adipositas auch Arzneimittel eingesetzt werden, jedoch immer nur in Kombination mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie.

Dabei kommen nun immer mehr neue Arzneimittel aus der Diabetestherapie zum Einsatz, von denen man schon länger weiß, dass sie auch das Körpergewicht reduzieren können. Diese Wirkstoffe ahmen körpereigenen Hormone nach und beeinflussen vor allem Bauchspeicheldrüse, Magen und Gehirn. Die Produktion von Insulin und die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels wird gefördert, die Magenentleerung nach einer Mahlzeit verlangsamt – dies führt zu einer rascheren Sättigung und zu einem niedrigeren Hungergefühl.

Sie sind mittlerweile auch offiziell bei stark übergewichtigen Patienten ohne Diabetes zur Gewichtsreduktion zugelassen. Ziel dabei ist es, das Gewicht so weit zu reduzieren, dass u.a. die Beweglichkeit erhöht und sich damit eine Lebensstiländerung dauerhaft einstellen kann.

Diese Arzneimittel werden im Bereich von Bauch, Oberschenkel oder Oberarm unter die Haut gespritzt, wobei neuere Wirkstoffe aus dieser Gruppe den Vorteil haben, dass sie statt täglich nur mehr einmal in der Woche gespritzt werden müssen.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Medikamente, obwohl sie im Internet und in den sozialen Medien stark beworben werden, keinesfalls als harmlos oder „Lifestylearzneimittel" einzustufen sind, auch Nebenwirkungen haben können und daher verschreibungspflichtig sind.

 

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Am 06. März 2024 sprach Mag.a Dr.in Angelika Borger aus Wiener Neustadt über Nahrungsergänzungsmittel bei Osteoporose

 

Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der Knochen porös werden und dadurch leicht brechen können. Unsere Knochen bestehen aus einem Gewebe, dass Form und Stabilität gibt und aus unterschiedlichen Mineralstoffen, die in dieses Gewebe eingelagert sind und dazu dienen den Knochen zu stärken und zu verdichten. Knochen befinden sich in einem ständigen Umbau. Bis ungefähr Mitte Dreißig überwiegt jener Prozess, der Knochenmasse aufbaut. Je älter wir werden, desto mehr überwiegt der Knochenabbau, die Knochenmasse schwindet – Osteoporose entsteht. Das Fatale an der Erkrankung ist, dass Betroffene lange keine Symptome aufweisen und oft erst im Zuge eines Knochenbruches die Diagnose erhalten.

Der wichtigste Bestandteil der Knochen ist Calcium.  Das können wir uns über die Nahrung zuführen, wie Milchprodukte, Sojaprodukte, Brokkoli, Fenchel, Sellerie, Orangen, Kiwi, Datteln, kalziumreiches Mineralwasser. Bei einer diagnostizierten Osteoporose wird Ihnen ärztlich Calcium in Form von Tabletten oder Granulaten verordnet. Doch hier ist ganz entscheidend es nicht gemeinsam mit Magnesium oder Eisen einzunehmen, um eine optimale Aufnahme gewährleisten zu können.

Meist erfolgt diese Verordnung in Kombination mit Vitamin D, das dem Körper hilft das zugeführte Calcium besser in den Knochen einzubauen. 

Vitamin K hat gerade in Kombination mit Vitamin D positive Effekte auf den Knochenstoffwechsel. Es ist für eine optimale Calciumverteilung im Körper verantwortlich. Doch Vorsicht ist geboten bei Personen, die Blutverdünner einnehmen, die über eine Hemmung vom Vitamin K wirken. Dies bitte unbedingt ärztlich besprechen. Vitamin K findet sich zum Beispiel in grünem Blattgemüse, Sauerkraut, Spinat oder Leber.

Ich empfehle weiters die Zufuhr von Zink. Es unterstützt die Bildung von Kollagenfasern, die quasi ein stützendes Grundgerüst für den Knochen darstellen. Da kann sich dann in weiterer Folge Calcium anlagern und dem Knochen Härte und Stabilität geben. Die Einnahme ist am besten wirksam am Abend, wenn es vom Körper besser verstoffwechselt werden kann. Zu zinkreichen Nahrungsmitteln zählen zum Beispiel rotes Fleisch, Geflügel oder Hülsenfrüchte.

 

Auch Vitamin C stellt eine wichtige Unterstützung für die Kollagenbildung dar. Ebenso Silizium, enzhalten in Hirse, Kartoffeln, Datteln. Es gibt dem Bindegewebe Elastizität. Auch körperliche Betätigung ist von ungeheurer Wichtigkeit im Zusammenhang mit einer Osteoporose-Diagnose. Durch Kräftigung der Muskulatur und Förderung von Beweglichkeit und Balance kann die Leistungsfähigkeit gesteigert werden.

 

Um die Knochenmineralisierung voranzutreiben, spielt Mangan eine wichtige Rolle. Man findet es vor allem in Vollkornprodukten wie Buchweizen, Grünkern, Hafer oder Weizen.

Abschließend: viele Medikamente können als Nebenwirkung die Mineralisierung des Knochens stören. Zum Beispiel neben einer Langzeittherapie mit Kortison Medikamente gegen eine Magenübersäuerung, Blutverdünner, Medikamente, die bei Immunerkrankungen eingesetzt werden oder einige Antiepileptika oder Antidepressiva.  Natürlich dürfen diese Medikamente nicht abgesetzt werden, doch mit einer rechtzeitig begonnenen Vorsorge können Knochenschädigungen durchaus verhindert bzw. abgefedert werden.

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Am 28. Februar 2024 sprach Mag. pharm. Dieter Kröner aus Pernitz über Aminosäuren bei Nervenschmerzen

 

Nervenschmerzen können ganzjährig auftreten. Prinzipiell ist jeder Schmerz ein Nervenschmerz, weil der wahrgenommene Schmerz durch die Weiterleitung über die Nerven zum Gehirn gelangt und somit bewusst wird.

Bei der Neuralgie wird der Schmerz durch Reizung oder Schädigung des Nervs selbst verursacht. Wirbelsäulenabnützung, Druck auf Nerven, Virusinfektionen (Gürtelrose) und Entzündungen sind mögliche Auslöser.

 

Die bekannteste Neuralgie ist die Trigeminusneuralgie (Drillingsnerv mit drei Ästen: Unterkiefer-, Oberkiefer, Augenast). Sie tritt meist einseitig auf. Ebenso bekannt ist die Lumbalgie oder der Hexenschuss. Dieser Schmerz tritt in der Lendengegend auf und schießt in die Beine ein.

Nervenschmerzen können auch den Magen/Darmtrakt, die Gallenblase, die Harnblase betreffen.

Die klassische Schulmedizin verwendet chemische Entzündungshemmer in Kombination mit B-Vitaminen (dämpfen die Schmerzempfindung)  und in schweren Fällen Morphinartige Arzneien.

 

Ganz bestimmte Aminosäuren dienen zum Diätmanagement bei Wirbelsäulensyndromen (z.B. Rückenschmerzen, Hexenschuss, Schulter-Arm-Syndrom, HWS-Syndrom, . . .), Nervenschmerzen und Polyneuropathien und können Schmerzen sehr positiv beeinflussen. Nervenschäden äußern sich in sehr unterschiedlichen Beschwerden. Kennzeichnend sind schmerzhafte Bewegungseinschränkungen oder heftige, brennende, bohrende, messerstichartige und reißende Schmerzen, die ganz plötzlich einschießen und weit ausstrahlen können. Daneben können auch Empfindungsstörungen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Ameisenlaufen, Reflexverlust, Kraftlosigkeit und Muskelschwäche auftreten.

 

Periphere Nervenzellen besitzen eine gewisse Regenerationsfähigkeit, doch verläuft die natürliche Reparatur verletzter Nerven sehr langsam. Zur Wiederherstellung geschädigter Nerven werden vermehrt bestimmte Nervennährstoffe benötigt, die der Organismus aber leider nicht in ausreichender Menge selbst produzieren kann. Entscheidend für die Nervenregeneration ist z.B. eine ausreichende Versorgung mit den Nervenbausteinen Uridinmonophoshat und Cytidinmonophosphat.

Diese natürlichen Stoffe sind Schlüsselfaktoren für die Reparatur- und Regenerationsmechanismen geschädigter Nerven.

Diese nervenaufbauenden Nährstoffe in hoher Konzentration in Kombination mit den wertvollen Nervenvitaminen Folsäure und Vitamin B12 können zur gezielten Versorgung des Organismus mit natürlichen Nervenbausteinen beitragen, die zur Reparatur und Erneuerung geschädigter Nervenfasern vermehrt gebraucht werden.

 

Sie stimulieren den Zellstoffwechsel der Nervenfasern, beschleunigen den Wiederaufbau beschädigter Nervenstrukturen und tragen so zur Reduktion von Beschwerden bei.

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Am 21. Februar 2024 sprach Mag. Gilbert Zinsler aus Horn über Vitamin B12 für mehr Schwung

Der Körper benötigt Vitamin B12 für den Energiestoffwechsel, zur Bildung von Blutzellen und zum Aufbau der Nervenhüllen. Somit äußert sich ein Mangel insbesondere in Blutarmut und in neurologische Störungen. Vitamin B12 kann der Mensch - so wie die meisten Vitamine - nicht selbst bilden, und muss daher zugeführt werden. Im Normalfall geschieht dies durch die Nahrung. In größeren Mengen steckt es in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milcherzeugnissen. Im Körper freigesetzt wird Vitamin B12 durch Magensäure und Verdauungsenzyme. Ein spezielles Protein transportiert das Vitamin zu den Dünndarmzellen. Von dort gelangt es ins Blut und zu den Nervenzellen.

 

Wer hat einen erhöhten Bedarf an Vitamin B12?

Ein Mangel kann besonders oft ernährungsbedingt bei VeganerInnen, die ja weder Fleisch noch Milchprodukte essen, auftreten. Auch gibt es einen Mehrbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit.

Besonders betroffen sind auch ältere Menschen, da das Vitamin B12 ab einem gewissen Alter vom Darm nicht mehr so gut aufgenommen wird. Menschen mit Magen- oder Darmerkrankungen sind oft mit Vitamin B12 unterversorgt. Die langfristige Einnahme von Magenschutz wie Pantoprazol zur Senkung der Magensäureproduktion kann Vitamin-B12-Mangel auslösen. Das Blutzuckersenkende-Medikament Metformin kann die B12-Aufnahme aus der Nahrung ebenfalls stören.

 

Welche Symptome treten bei einem Mangel auf?

Ohne Vitamin B12 kommt es zu psychischen Beschwerden, wie depressive Störungen, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, manchmal sogar zu Psychosen und Halluzinationen. Erstes und häufigstes Symptom ist Müdigkeit und Abgeschlagenheit, aber auch Reizbarkeit können auftreten und in seltenen Fällen kann ein Mangel an Vitamin B12 Gedächtnisstörung und Symptome einer Demenz verursachen. Auch Kopfschmerzen, aber auch Haarausfall können Anzeichen eines Mangels sein. Sind die Nerven betroffen kann es auch zu Kribbeln in den Händen kommen. Rhagaden am Mund können auch auf einen Vitamin B12 Mangel hinweisen. Die Diagnose wird auch dadurch schwierig gemacht, dass sich ein Vitamin-B12-Mangel oft erst nach mehreren Jahren bemerkbar macht.

 

Wie kann ich dem Körper Vitamin B12 zuführen?

Die regelmäßige tägliche Zufuhr sollte bei einem gesunden Erwachsenen bei 4-5 mcg liegen. Schwangere und Stillende benötigen etwas mehr. Bei einem ausgeprägten Mangel ist es aber sinnvoll höher zu dosieren. Ihre Apotheke hat eine Vielzahl von Präparaten mit Vitamin B12 – meist in Kapselform. Vitamin B12 gibt es in der aktivierten Form, als Methylcobalamin, die der Körper rasch aufnehmen kann. Kapseln enthalten hier meist 500 mcg. Im Stoffwechsel arbeiten die zwei Vitamine der B-Gruppe eng zusammen. Deshalb wird Vitamin B12 oft mit anderen B-Vitaminen als sogenannter Vitamin B-Komplex kombiniert. Hier wird gleichzeitig die wichtige Folsäure und Vitamin B2 und B6 zugeführt um z.B. den Stress zu reduzieren, oder den Energiehaushalt zu unterstützen.

 

Einnahmedauer und mögliche Risiken

Niedrige Vitamin B12 Spiegel im Blut lassen sich schnell wieder auffüllen. Innerhalb von ein bis zwei Wochen sieht man hier meist erste Erfolge. Langfristig wird empfohlen eine drei- bis sechsmonatige Kur zu machen, bevor man die Vitamine wieder absetzt. Veganer sollten das Vitamin durchgehend zuführen. Vitamin B12 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und es gibt bei empfohlener Dosierung im Normalfall daher keine unerwünschten Nebenwirkungen.

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Am 7. Februar 2024 sprach Mag. Ulrike Zöchling von der Hippolyt-Apotheke in St. Pölten  über  Wintersport und Hautpflege – pflanzliche Hilfen

 

Vor Beginn eines Skitages ist Aufwärmen besonders wichtig. Hierdurch wird die Muskulatur besser durchblutet, die verkürzten Muskeln werden auch entsprechend elastischer. Einfach Arme und Beine kreisen, oder einfach aus dem Stand springen – idealerweise noch ohne Skischuhe.

Dem Duschgel in der Früh ätherisches Rosmarinöl zugeben, bringt Energie für den Sporttag. Oder abwechselnd warm und kalt brausen. Mit Arnika, Eukalyptus und Latschenkiefer in einem Massageöl können Sie bereits zuhause die Muskeln lockern.

 

Unterstützen Sie innerlich Ihren Muskelaufbau (auch kurzfristig) durch Einnahme eines Eiweiß-Shakes aus Ihrer Apotheke: die leeren Eiweißdepots werden aufgefüllt, der Fitness-Shake liefert viele Vitalstoffe, auch das Gehirn bekommt ausreichend Nachschub für Vitalität, Kreativität und Gelassenheit.

 

Mineralstoffgetränke für Erwachsene und Kinder sind ideale Durstlöscher, auch als Heißgetränk, ob im Auto, auf der Piste oder beim Spaziergang: sie wirken Ermüdungserscheinungen und Leistungsabfall entgegen und decken den erhöhten Mineralstoff- und Vitaminbedarf für Ihre sportlichen Aktivitäten.

Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, um der Haut auch die schneller verdunstende Feuchtigkeit der Haut zu ersetzen.

 

Und danach ….die Entspannung:  eine heiße Dusche, ein Bad oder ein Saunabesuch bringen mit natürlichen ätherischen Ölen Regeneration und frische Kräfte für einen gemütlichen Abend und den neuen Sporttag.

 

Und wenn’s wo weh tut?
Auch bei Arbeiten im Freien kann durch die Kälte die Beweglichkeit eingeschränkt sein.

Muskelkater: hier wärmende, durchblutungsfördernde Salben oder Einreibungen mit z.B. Cayennepfefferextrakt oder Beinwell auftragen; wer nicht schmieren will, kann auch kleben – Wärmepflaster gibt‘s mit und ohne Wirkstoff – wie ein Thermophor zum Kleben oder Anschnallen.

Zerrungen: brauchen kühlende Sportgele, Kühlpackungen, Eissprays. Weihrauch und Gelbwurz werden erfolgreich seit langer Zeit bei Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt.

Skidaumen: wenn die Daumenmuskulatur gezerrt ist, kann das sehr schmerzhaft sein: Ruhestellung, kühlende Gels auftragen und je nach Schwere Arzt/Ärztin aufsuchen; schmerzstillende, abschwellende Tabletten.

 

Meine speziellen Tipps

Arnika und Eukalyptus: auch zur Erholung beim Sport oder nach intensiverer Bewegung, hervorragend auch für Massagen zur Muskellockerung geeignet.

Johanniskraut als Basisöl: lockert Muskeln und Gelenke beim Einmassieren, beruhigt, regeneriert und wärmt die Haut, zur Pflege nach körperlicher Aktivität; löst Verspannungen, mit sanftem Druck und kreisenden Bewegungen einmassieren. Mit Wintergrünöl als Aktivöl oder Arnika bei Gelenksbeschwerden.

Lavendel- und Melissenöl: mildern alltägliche Anspannungen, beruhigende Wirkung, Schlaf wird gefördert, bringen Energie zurück!

Warme ansteigende Fußbäder bei kalten Füssen mit Rosmarin, Fichte, Latschenkiefer, Lavendel oder Rose: vorab mit Obers, Honig oder Meersalz als Lösungsvermittler vermischen.

 

Hautpflege
Wenn’s draußen kalt wird, braucht die Haut mehr Schutz.  Im Freien schaffen die niedrigen Temperaturen eine sehr trockene Umgebung, in Innenräumen sorgt die Heizungsluft für extreme Trockenheit. Unsere Haut besitzt eine natürliche Schutzbarriere gegenüber äußeren Einflüssen. Für eine optimale Funktion ist das Zusammenspiel zwischen Fett und Feuchtigkeit sehr wichtig. Denn sobald das Thermometer unter 8 Grad Celsius fällt, schaltet unsere Haut auf Sparflamme und reduziert die Fettproduktion, die Talgdrüsen können nicht mehr richtig arbeiten, weniger Fett wird produziert, das die Feuchtigkeit bindet.

Ein gewisser Kältereiz kann für die Haut sehr gesund sein, aber ohne Schutz kann sie rissig und spröde werden und sich röten. Bei allgemein trockener Haut wird es sinnvoll sein, zusätzlich eine Kälteschutzcreme zu verwenden. Hier gibt es speziell für Kinder gute Cremen, die auch für Erwachsene gut geeignet sind. Meist sind in diesen Panthenol und auch Carbamid enthalten, wirken entzündungshemmend und hauterneuernd, auch Nachtkerzenöl zur Beruhigung der Haut kann enthalten sein.

Sonnenschutz, Achtung: pro 1.000 Höhenmeter nimmt die UV-Belastung um 20 % zu und der Schnee reflektiert die Strahlen zusätzlich. Die Sonnencreme aus dem Sommerurlaub ist wegen des hohen Wassergehaltes nicht geeignet! Dafür gibt es geeignete Produkte für den Wintersport aus der Apotheke, die meist inklusive Lippenpflege angeboten werden und somit auch die empfindliche Lippenpartie schützen.

Pflege von innen
Multivitaminpräparate enthalten ausreichend die Vitamine A, E und auch C – zur Pflege, als Radikalfänger und zur Unterstützung der Immunabwehr. Spezielle Produkte für trockene Haut enthalten auch Johannisbeerkernöl und Omega-3- und 6-Fettsäuren, die die Lipidproduktion der Haut unterstützen sollen.

 

Hände
Sie sind oft extremen Temperaturen ausgesetzt: denn bei kalten Temperaturen wird die Durchblutung bevorzugt in die zentralen Bereiche des Körpers verschoben. Es ermöglicht dem Körper auch bei Kälte gut zu überleben. Die Gefäße ziehen sich zusammen und es strömt weniger warmes Blut durch die Hände. Als Folge wird die Haut der Hände trockener und die Haut der Finger wird weniger mit Nährstoffen versorgt. Das hat ein schnelleres Auskühlen sowie eine Unterversorgung mit Nährstoffen zur Folge. Hier empfiehlt sich die Pflege mit Shea Butter, Mandel- und Jojobaöl sowie Urea, Sanddorn-Fruchtfleischöl, Provitamin B5 und Glycerin für die antioxidative, schützende und regenerative Wirkung.

Dasselbe Problem der Minderdurchblutung zeigt sich bei unseren Füßen. Dafür gibt es Fußcremen und bei kalten Füßen ein durchblutungsförderndes Fußbad mit Rosmarin, Wacholder, Grapefruit und Orange. Untertags bewährt sich ein schützender Balsam, der schnell einzieht, in der Nacht eine regenerierende Creme: dicker einschmieren und über Nacht Baumwollhandschuhe tragen.

Mein Tipp für AutofahrerInnen: machen Sie es sich zur Gewohnheit, Handschuhe schon in der Wohnung/im Haus anzuziehen, besonders, wenn Sie das Auto von Schnee und Eis befreien müssen.

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Am 31. Januar 2024 sprach Mag. Gertrude Kölbl aus Deutsch-Wagram über Bitterstoffe

 

Als Bitterstoffe bezeichnet man all die Substanzen, die unsere entsprechenden Rezeptoren auf der Zungen- und Mundschleimhaut, als bitter wahrnehmen. Bitterstoffe sind also keine eigene Nährstoffgruppe wie zum Beispiel Eiweiße, Fette oder Vitamine, sondern eine sogenannte Wirkstoffgruppe. Bitterstoffe können unterschiedliche chemische Strukturen haben, werden aber dennoch in einer gemeinsamen Gruppe zusammengefasst. Bitter gehört zu den fünf Geschmacksrichtungen- neben süß, salzig, sauer und umami. Es ist die unbeliebteste aller Geschmacksrichtungen. In vielen Kulturen weltweit galten bittere Pflanzen als Universalmittel zum Gesundbleiben und Gesundwerden. Auch die Natur zeigt uns, dass Bitterstoffe eine heilende Wirkung haben: Viele Tiere fressen instinktiv bittere Kräuter wenn sie akut erkranken.

 

Wie wirken Bitterstoffe auf den Körper?

Bitterstoffe fangen bereits im Mund zu wirken an: Beim Kauen reizen die im Essen enthaltenen Bitterstoffe die Nerven auf der Zunge. Dadurch wird die Produktion von Speichel angeregt. Die Enzyme im Speichel beginnen das Essen zu zerlegen - sie verdauen das Essen schon einmal vor. Der Magen beginnt bereits mit der Produktion von Magensaft. Sobald das zerkaute Essen im Magen angelangt ist, kann er sofort mit der Verdauung loslegen. Sind im Essen keine Bitterstoffe enthalten, dauert die Verdauung länger. Der bittere Geschmack stimuliert aber nicht nur den Magen, sondern auch die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse und den Darm, welche daraufhin mit der Sekretion von Verdauungssäften und Verdauungsenzymen beginnen. Die Leber wird so zum Beispiel beim Entgiften unterstützt. Bitterstoffe fördern die Peristaltik im Darm – den Transport der Nahrung. Dadurch wird die Schleimhaut des Darms dazu angeregt, verstärkt Stoffwechselschlacken auszuscheiden.

 

Warum meiden wir Bitterstoffe?

Ein Grund warum Menschen Bitteres nicht so gerne Essen, könnte die evolutionäre Schutzfunktion sein: Pflanzen produzieren Bitterstoffe um Fressfeinde abzuwehren. Bitter gilt so als giftig, auch wenn das gar nicht stimmt. Heutzutage sind viele Lebensmittel stark gesüßt, und dadurch schmeckt unserem Gaumen Bitteres noch unangenehmer. Das Bittere wird aus Nahrungsmitteln oft herausgezüchtet – und auch viele Köche vermeiden es, indem sie bittere Pflanzenteile aus dem Gemüse herausschneiden. Bitteres nehmen wir besonders intensiv wahr, weil die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge darauf deutlich stärker reagieren als zum Beispiel auf einen süßen Reiz. Besonders viele Bitterrezeptoren sitzen ganz hinten auf der Zunge.

 

Helfen Bitterstoffe beim Abnehmen?

Bitterstoffe helfen nicht nur das Essen besser zu verwerten, sie helfen auch dabei weniger zu essen – denn Bitteres führt zu einem schnelleren Sättigungsgefühl. Bitterstoffe docken an den Darmzellen an, die ein Hormon produzieren, das GLP-1. Dieses körpereigene Hormon löst im Gehirn ein Sättigungsgefühl aus. Durch die Einnahme vieler Bitterstoffe entsteht daher eine schnellere Sättigung. Sie können auch den Heißhunger auf Süßes und das Verlangen nach einem Dessert bremsen.

 

Bitterstoff ist nicht gleich Bitterstoff
In der Pflanzenheilkunde werden die Bitterstoffe ihrer Wirkweise entsprechend in verschiedene Bittermittel, sogenannte Amara (lateinisch für bitter), eingeteilt. Diese Einteilung nach Amara geht auf das Mittelalter zurück, sie findet aber noch immer Verwendung in der Naturheilkunde. Amara tonica oder Amara pura - diese enthalten nur Bitterstoffe, die speziell tonisch also stärkend wirken zum Bsp.: Enzian, Fieberklee und Tausendguldenkraut. Amara aromatica: enthalten neben Bitterstoffen auch ätherische Öle zum Bsp.: Engelwurz, Schafgarbe, Wermut Amara acria diese Pflanzen beinhalten neben den Bitterstoffen auch noch Scharfstoffe zum Bsp.: Ingwer, Galgant und Kardamom.
Bitterstoffe kommen nicht nur in Heilpflanzen reichlich vor, sondern auch in vielen Lebensmitteln, allerdings in geringeren Mengen, da die bitteren Stoffe zum Teil herausgezüchtet wurden. Einige Beispiele: Chicoree, Radicchio, Endivie, Rucola, Kohlgemüse, Grapefruit, Kaffee, Schokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil.

 

Was ist der Bitterwert?

Bitterstoffhältige Pflanzen kann man auch nach ihren Bitterwerten unterteilen. Der sogenannte Bitterwert ist die Maßzahl um die Intensität der verschiedenen Bitterstoffe zu skalieren. Ein Bitterwert von 1000 bedeutet, dass man 1g einer Substanz in 1000ml Wasser gerade noch als bitter herausschmecken kann.

 

Wie nimmt man Bitterstoffe richtig ein?
Damit die Bitterstoffe ihre positive Wirkung auf die Verdauung entfalten können, nimmt man sie vor oder nach dem Essen ein. 10- 30 Minuten vor dem Essen eingenommen bereiten sie das Verdauungssystem optimal auf die Nahrungsverarbeitung vor; nach dem Essen unterstützen sie bei Völlegefühl, Blähungen oder Bauchschmerzen, so dass man sich schnell wieder aktiv und weniger abgeschlagen fühlt.

 

Welche Präparate gibt es?

Bitterstoffe werden am häufigsten in flüssiger Form angeboten, zum Beispiel als Tropfen oder Spray oder als Kräuterelixier. Ihre Wirkung tritt bereits bei Kontakt mit den Bitterstoff-Rezeptoren im Mund ein. Achten sie darauf, dass keine künstlichen Aromen, Zucker, Süßungsmittel oder sonstige Zusatzstoffe enthalten sind. Wer sich mit dem Geschmack überhaupt nicht anfreunden kann, könnte die Bitterstoffe zu Beginn auch mit etwas Wasser verdünnen. Auch die Einnahme in einer Kapsel ist möglich – die Bitterstoffe wirken dann über die Rezeptoren im Magen und Darm An den Geschmack von Bitterstoffen müssen sich die meisten Menschen erst gewöhnen, aber es lohnt sich. Für eine gute Gesundheit sollten wir unseren Speiseplan auf alle Fälle mit Bitterstoffen bereichern.

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Am 24. Januar 2024 sprach Mag. Andreas Gentzsch aus St.Pölten über Coenzym Q10: Treibstoff für die Zellen

Coenzym Q10 (Ubichinon) ist in allen Zellen des menschlichen Körpers vorhanden. Sie ist eine lebenswichtige Verbindung, da sie zur Energiegewinnung der Zellen benötigt wird und damit gleichsam als Treibstoff für die menschliche Energieversorgung bezeichnet werden kann. Besonders große Mengen finden sich in Herz, Lunge und Leber, den Organen mit dem höchsten Energiebedarf.

 

Q10 kann vom menschlichen Körper selbst gebildet werden, jedoch nimmt die Produktion ab dem 30. Lebensjahr stetig ab. Der stetige Bedarf muss daher über die Nahrung gedeckt werden. Q10 ist in den meisten tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, jedoch immer nur in kleinen Mengen. Sojabohnen, Walnüsse und Mandeln (einschließlich der Öle), Fleisch, bestimmte Fischsorten (v.a. Makrele, Sardinen), Weizenkeime und einige Gemüsearten (z.B. grüne Bohnen, Spinat, Kohl und Knoblauch) sind die besten Quellen. Die Zubereitung der Speisen ist für die Verfügbarkeit entscheidend, da Q10 hitzeempfindlich ist und daher beim Kochen der Gehalt abnimmt. Bei unterschiedlichen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen liegt ein erheblich gesteigerter Bedarf vor, was eine Zufuhr in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sehr empfehlenswert macht.

Fettstoffwechselstörungen

Bestimmte Cholesterinsenkende Medikamente (Statine) zeigen eine Wechselwirkung mit Q10, was zu einem sinkenden Blutspiegel führt. Folgen können Muskelschmerzen (Myopathien) und allgemeine Schwächesymptome sein. Abhilfe können ein Wechsel zu natürlichen Cholesterinsenkern, sowie eine Zufuhr von Q10 bringen.

 

Herzerkrankungen

Das Herz gehört zu den Organen mit dem höchsten Bedarf an Q10. Das Coenzym verbessert bei Patienten mit Herzschwäche die Herzfunktion und den Herzrhythmus. Es verbessert die Sauerstoffversorgung des Muskels, was einen Vorteil für Angina pectoris Patienten darstellt und kann das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, verringern.

Weitere Anwendungsbereiche

  • Hoher Blutdruck

  • Krebs: Mildert die Nebenwirkungen bei bestimmten Formen der Chemotherapie

  • Neurologie: Laut Studien gibt es eine positive Wirkung bei Parkinson und Multipler Sklerose

  • Sport und körperlicher Stress

Dosierung: Abhängig von Alter, chronischen Erkrankungen, und Ernährungsstatus werden bei unterschiedlichen Therapien Mengen von 30-120mg pro Tag empfohlen, welche am besten mit einer fettreichen Nahrung eingenommen werden. In Ausnahmefällen kann Ihr Apotheker auch eine höhere Menge empfehlen.

 

Haut und Schleimhäute

Q10 ist eine geruchlose, vitaminähnliche, ölige Substanz, die sehr gerne in Kosmetikprodukten, wie Hautcremen, Lotionen, etc. Verwendung findet. Es wird in allen Zellen für die Energieversorgung benötigt und hat gleichzeitig eine antioxidative Wirkung. Ein Mangel verringert die Vitalität der Zellen und würde einen beschleunigten Alterungsprozess zur Folge haben. Damit ist Q10 ideal dazu geeignet, als Wirkstoff in diversen Kosmetika eingesetzt zu werden.

Zahnfleisch und Parodontose

Q10 kann neben Kalzium und Vitamin C Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischbluten und Zahntaschen bessern. Es gibt Studien, die besagen, dass Erkrankungen des Zahnfleisches auf ein Missverhältnis zwischen Immunfunktion und Mikroorganismen-Belastung zurückzuführen sind. Coenzym Q10 als körpereigenes Antioxidans kann eine bedeutende Rolle bei der Therapie und Prophylaxe von Zahnfleisch-Entzündungen (Parodontitis) spielen und zeigt in Studien eine erstaunliche Wirksamkeit bei der Behandlung von schmerzhaften Zahntaschen.

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Am 17. Januar 2024 sprach Mag. Cathrin Taufner-Stich aus Loosdorf über Magnesium für die Muskeln

Wadenkrämpfe in der Nacht oder starke Müdigkeit können auf einen Magnesium-Mangel hindeuten. Diesen kann man über eine Blutuntersuchung feststellen. Sollte die Einnahme von Magnesium erforderlich sein, gilt es einiges zu beachten.

Magnesium ist der natürliche Gegenspieler von Calcium und kann dadurch die Entspannung der Muskulatur unterstützen. Generell ist Magnesium für eine optimale Funktion der Muskeln notwendig, denn wenn Magnesium fehlt, steigt die Durchlässigkeit der Membranen für Calcium, Natrium und Kalium an. Während Calcium für die Muskelanspannung zuständig ist, wird Magnesium bei der Entspannung des Muskels eingesetzt: Es steuert die Erregungsübertragung der Nerven auf die Muskeln und sorgt dafür, den weiteren Zustrom von Calcium zu verhindern und dadurch die Erregbarkeit der Nerven wieder zu senken.

 

Wie merkt man Magnesiummangel?

Die Anzeichen für einen Magnesiummangel sind vielfältig: Neben Lidflattern, Wadenkrämpfen oder Schlafstörungen zählen auch zentralnervöse Störungen wie innere Unruhe oder Müdigkeit sowie Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems zu den Symptomen eines Magnesiummangels, bei einer leichten Mangelversorgung kommt es vorwiegend zur Muskelschwäche sowie Appetitlosigkeit und Übelkeit. Symptome eines fortgeschrittenen Magnesiummangels sind oftmals unter anderem Muskelkrämpfe in Form von Wadenkrämpfen, Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck.

 

Wie lange dauert es, bis Magnesium wirkt?

Wenn Magnesiummangel die Folge einer chronischen Krankheit ist, kann es mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich die Wirkung bemerkbar macht. Grundsätzlich kann hier aber gesagt werden, dass nach etwa vier Wochen der Mangel ausgeglichen sein sollte.

Wie kann ich Magnesium einnehmen?

Generell können Sie Magnesium zu jeder Tageszeit einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten. Es ist jedoch empfehlenswert, Magnesium am Abend zuzuführen. So kann ein Absinken der Magnesiumkonzentration in der Nacht gemindert und Krämpfen möglicherweise besser vorgebeugt werden.

Die Anwendung von Magnesiumpräparaten muss über einen längeren Zeitraum (mindestens 4-6 Wochen) erfolgen, da eine gelegentliche Einnahme nicht ausreicht, um einen Magnesiummangel zu beheben und die Magnesiumspeicher wieder aufzufüllen.

In welcher Formulierung kann ich Magnesium einnehmen?

  • Kapseln, Tabletten, Dragees

  • Pulver: Brausetabletten, Direkt-sticks

  • flüssig

  • in Form von Hautspray

  • spezielle Formulierung für Patienten mit Darm-Problemen

 

Ist Magnesium auch gut für das seelische Wohlbefinden?

Magnesium wird zur Bildung von Serotonin benötigt. Das Glückshormon wirkt stimmungshebend und förderlich auf unsere mentale Widerstandsfähigkeit und emotionale Ausgeglichenheit. Eine mehrwöchige Supplementation mit Magnesium hat einen positiven Effekt auf depressive Symptome und Angstgefühle.

 

Was sind Magnesiumräuber?

Zu den klassischen Magnesiumräubern zählen vor allem Stress und Alkohol. Bei Stress verbraucht unser Körper beispielsweise mehr Magnesium, sodass sich unser Bedarf erhöht. Wer sich dann noch einseitig ernährt, wie es viele gerade in Stresssituationen tun, kann leicht einen Magnesiummangel entwickeln.

Welche Nebenwirkungen kann Magnesium haben?

Die häufigsten Magnesium Nebenwirkungen sind Blähungen oder andere Magen-Darm-Beschwerden. Der Körper versucht einen Magnesiumüberschuss zu verhindern, indem er das überschüssige Magnesium so schnell wie möglich wieder ausscheidet. Dadurch kann es zu Blähungen, weichem Stuhl oder Durchfall kommen.

 

Welche Medikamente darf man nicht mit Magnesium einnehmen?

Wechselwirkung mit Antibiotika: Werden Tetracycline oder Fluorchinolone gleichzeitig mit Magnesium eingenommen, kommt es zur Bildung von Chelatkomplexen und somit zur verminderten Resorption des Antibiotikums. Ebenso sollte von der zeitgleichen Gabe von Aminoglykosidantibiotika abgesehen werden.

Bei der Einnahme von Magnesium und gleichzeitig hohen Dosen Zink kann es zu einer verminderten Aufnahme der beiden Nährstoffe kommen.

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Am 10. Januar 2024 sprach Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager aus Gmünd über Zungenbrennen

Mund- und Zungenbrennen äußert sich als brennendes, wundes Gefühl im Mund, oft auch verbunden mit einem unangenehmen Kribbeln oder Jucken bis hin zu stechenden Schmerzen. Oft treten auch damit im Zusammenhang stehend Geschmacksstörungen und eine verringerte Speichelbildung auf.

Vor allem in den Wechseljahren ist das Mund- und Zungenbrennen ein häufiges Problem, über ein Viertel der Frauen in diesem Lebensabschnitt sind davon betroffen.

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Auslösende Faktoren

  • Nebenwirkung von Medikamenten: wie z.B. bestimmte Antidepressiva oder Blutdrucksenker

  • Pilz- oder Flechteninfektionen der Mundschleimhaut

  • Zink-, Eisen- oder Vitamin B- Mangel, vor allem Folsäure und Vitamin B12

  • Oft als Begleiterscheinung von bestimmten Erkrankungen wie Sjögren-Syndrom, Diabetes, Sodbrennen oder Depressionen

  • Seelische Ursachen oder Stress können ebenso auslösendes Moment sein wie mechanische Auslöser im Mundraum. Dazu gehören scharfe Zahnkanten oder hervorstehende Füllung genauso dazu wie Zahnbrücken oder Prothesen.

 

Therapie

  • Wenn Nebenwirkungen die Auslöser der Beschwerden sind, so kann der Arzt eventuell einen Wechsel auf ein anderes Präparat durchführen, jedoch dürfen die Patienten niemals allein Dauermedikamente auf Verdacht absetzen.

  • Pilzinfektionen werden mit antimykotischen Salben, Lutschtabletten oder Spülungen behandelt, Zahnprobleme sollten vom Zahnarzt saniert werden. Ergänzend dazu kann ich Myrrhetinktur empfehlen, die ebenfalls entzündungshemmend und desinfizierend wirkt.

  • Steht ein neurologisches Problem im Hintergrund, also geschädigte, entzündete Nervenbahnen, so kann auch hier der Facharzt bestimmte neurologische Medikamente verschreiben.

 

Was kann ich selbst dagegen tun?

  • Ist das Zungenbrennen ein Mangelsymptom bestimmter Vitamine oder Mineralstoffe, so lässt sich dies gut mit einer Ernährungsumstellung sowie Nahrungsergänzungen beheben. Dabei ist die Zunge meist stark gerötet.

  • Da die körpereigenen Nährstoffspeicher erst wieder aufgefüllt werden müssen, sind erste Erfolge nach frühestens 4- 6 Wochen spürbar.

  • Bei starken Beschwerden können auch Präparate mit lokalen Betäubungsmitteln helfen, die als Salbe, Gel oder Spülung angewendet werden.

  • Oft liegt es auch an einer Mundtrockenheit, dass die Zunge brennt. Dafür gibt es ein paar Tipps, die Linderung verschaffen können.

  • Z.B. regt das Lutschen von Kaugummi oder Bonbons den Speichelfluss an, ebenso häufiges Wassertrinken oder im Sommer das Lutschen kleiner Eiswürfel, die man vielleicht mal mit gefrorenem Apfelsaft zubereitet. Auch gefrorenen Anannasstückchen werden gerne gelutscht, da die Enzyme dieser Südfrucht den Speichelfluss zusätzlich ankurbeln.

  • Bei starken Beschwerden empfiehlt sich der Einsatz von künstlichem Speichel bzw. Lutschtabletten mit Enzymen oder probiotischen Keimen, um die Trockenheit im Mund zu verbessern.

  • Oft sind auch Extrakte aus Heilpflanzen, die reizlindernde Schleimstoffe enthalten hilfreich, wie bsp. ein Tee aus Malvenblättern, Lindenblüten oder Eibischwurzeln bzw. Gele mit Aloe vera oder Hyaluronsäure.

  • Nicht zu unterschätzen sind auch psychische Belastungen – oft verstärken sich die Beschwerden bei zunehmenden Stress – Entspannungsübungen, eine Tasse Tee aus Baldrian, Hopfen oder Lavendel oder ein beruhigendes Kräutervollbad können helfen zurück zum seelischen GGW zu finden.

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Am 3. Januar 2024 sprach Mag Dr Angelika Borger aus Wiener Neustadt über das Entgiften von Leber und Galle

 

Die Leber arbeitet unermüdlich daran Stoffe abzubauen und umzubauen und unseren Körper zu entgiften. Nährstoffe, die die Leber für notwendig erachtet, werden verwertet und weitertransportiert. Schadstoffe werden abgebaut. Die Leber selbst leidet „stumm“, wenn sie beleidigt ist, merkt man das oft erst über Umwege. Kopfschmerzen, Migräne, Schlafstörungen aber auch Konzentrationsprobleme oder Müdigkeit können auftreten. Mitunter zeigt sich auch eine juckende oder unreine Haut.

 

Die Gallenblase wiederum speichert den von der Leber gebildeten Gallensaft, den unser Körper benötigt, um die Fette aus der Nahrung zu spalten und somit abzubauen bzw. um fettlösliche Vitamine aufnehmen zu können.

Gerade nach den Feiertagen, wo meist viel, fettes und schweres Essen auf den Tisch kommt, hat der Körper eine große Last zu tragen und ist unermüdlich mit der Verwertung der Nahrung beschäftigt.

Bitterstoffe leisten in diesem Zusammenhang gute Dienste. Es wird die Verdauung angeregt, die Leber entlastet und vermehrt Gallensaft ausgeschüttet. Die Natur bietet eine Vielzahl an Helfern, wie zum Beispiel den Löwenzahn (verdauungsanregend und stoffwechselankurbelnd), den Wermut (verdauungsanregend und gallensäure-ausschüttend), die Brennnessel (regt die Produktion der Gallenflüssigkeit an und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen), aber auch die Schafgarbe (unterstützt den Gallenfluss) oder den Ingwer (verdauungsanregend). Die Artischocke wirkt zusätzlich leberschützend.

 

Bei einer sogenannten Leberkur sollte man sich basenlastig ernähren. Grünes Gemüse, Avocados, Rettich oder Brokkoli entlasten Leber und Galle, es fallen weit weniger belastende Stoffe im Verdauungstrakt an. Eine aus dem Geleichgewicht gebrachte Darmflora verhindert eine optimale Verdauung. Daher sollte man sich Probiotika zuführen, um die Darmflora wiederherzustellen. Die Einnahme von Flohsamen lockert Ablagerungen, die in weiterer Folge durch das Vulkanmineral Zeolith abtransportiert werden können. Zeolith muss man sich wie einen Schwamm vorstellen, der über seine poröse Oberfläche Schadstoffe aufnehmen und abtransportieren kann. Gleichzeitig wird das in dem Mineral enthaltene Silicium an den Körper abgegeben. An die Mariendistel sollte man ebenfalls denken, wenn man der Leber Gutes tun möchte. Sie verbessert die Leberdurchblutung und verhindert aufgrund einer membranstabilisierenden Funktion, dass Giftstoffe in die Leber eindringen können.

 

Beim sogenannten Leberwickel handelt es sich um einen feuchten, heißen Wickel. Er fördert die Durchblutung, unterstützt die Entgiftung der Leber und kann positiv auf einen gesunden Schlaf einwirken. Dadurch wird weiters der Abfluss der Galle verbessert. Wen man diesen Wickel kurz vor dem Schlafengehen anwendet, wirkt er schlaffördernd. Doch wichtig ist mir zu erwähnen, dass aufgrund der durchblutungsfördernden Wirkung diese Wickel nicht bei Magen- und Darmgeschwüren oder Entzündungen im Bauch- oder Leberraum angewendet werden dürfen.

Man nimmt ein feuchtes Handtuch, legt es am Rücken liegend auf den Oberbauchbereich und legt darüber eine Wärmeflasche. Doch bitte aufpassen, dass die Wärmeflasche nicht zu heiß ist. Über die Wärmeflasche wird ein großes Handtuch gelegt und darüber eine Decke. Diesen Wickel sollten sie ca. 20 bis 30 Minuten auf dem Körper belassen.

 

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Bei Bedarf fragen Sie in Ihrer Apotheke nach weiteren Informationen!

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